Presse Black Invocation

Metalglory
Deutschlands bekannteste Schlafzimmer-Produktionsband ist weiter fleißig und bringt im achtzehnten (!!!) Band/Projektjahr die zehnte Veröffentlichung unters Volk. Der Idealismus oder viel mehr die Liebe zur Musik, die Mastermind Stefan Schenkel hier an den Tag legt ist wirklich bewundernswert und sucht Seinesgleichen.

Textlich beschäftigt sich „Black Invocation“ mit allerhand Okkultem, Geistergeschichten, urbanen Legenden und Spiritualismus – „Supernatural goes Metal“ könnte man sagen. Wer sich ein wenig für diesen Kram interessiert, findet hier gleich 13 Themen, in die man sich sehr, sehr lange vertiefen und kann. Ist mir in der Form auch schon lange nicht mehr passiert.
Musikalisch waren und sind TimeMage eine Band, die sich gerne zwischen alle Stühle setzt und somit wieder einmal mit enorm viel Abwechslung und Eigenständigkeit punktet. Ich werde also auch in diesem Review nicht den Versuch unternehmen eine Genre-Schublade aufzumachen. TimeMage sind einfach TimeMage. Man kann hier so allerlei Einflüsse hören: Power Metal, sphärische und düstere Keyboards, Danny Elfman, extremen Metal, Klassik, Prog Metal und und und…Das spiegelt sich auch im Gesang wider, der zwischen Sprechgesang, Shouts, Gutturalem und Normalem so ziemlich alles anbietet, was es im Metal zu hören gibt.
Stefan Schenkel führt mit seinem Kompositionstalent mit Hilfe der tollen Melodien (Songs wie „Girl In The Fire“, „Almost Dead“ oder „Dark Visitors“ gehen so etwas von direkt und unwiderstehlich ins Ohr) das alles zu einer Einheit zusammen und schafft so den charakteristischen TimeMage-Sound. Dazu gehört auch die Produktion: Stefan Schenkels Homerecordings stellen andere Veröffentlichungen qualitativ in den Schatten und die Töne, die aus dem Schlafzimmer Schenkel zu vernehmen sind haben mittlerweile so einen typischen und eigenen Klang, dass TimeMage eigentlich nie an anderen Orten aufnehmen dürften.

Da das Album ohnehin kostenlos über die Homepage bezogen werden kann und die Qualität wieder einmal passt, gibt es auch dieses Jahr wieder von die mir die obligatorische „Kaufempfehlung“ für fast eine Stunde vorzügliche, abwechslungsreiche und spannende Musik. Ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Schenkel-Produktionen.

Metalunderground.at
TimeMage? Avantgardistischer Power Metal? Tja bis dato habe ich von dieser Kapelle aus Deutschland noch nie was gehört und dass obwohl man schon seit 1994 im Business ist. Scheint wohl eine wirkliche Wissenslücke zu sein. Definitiv, denn mit „Black Invocation“ legt man das nunmehr zweite Full Length Album vor. Bis dato gibt es aber eine Reihe von Demos. So lange Zeit und noch immer ohne Label da fragt man sich schon warum und wieso. Es scheint als wollten sich die Jungs das nicht rein reden lassen. Stefan Kopf der Kopf hinter dem Bandnamen lässt sich wohl nicht gerne in die Karten blicken und so hat er laut vielen Angaben im Netz kontinuierlich seine Ideen bis dato durchgesetzt.

Was erwartet nun in Sachen avantgardistischem Power Metal? Nun ja bis dato konnte ich mit diesem Begriff nicht viel anfangen, doch bereits beim erschallen der ersten Töne weiß die Truppe mir zu gefallen. Gibt es was Ähnliches? Ja gibt oder besser gesagt gab es. Denn rhythmisch und von den Soundideen her erinnert mich das Bandprojekt an die Herrschaften von Stygma IV (Stigmata, Stigmata IV) wie auch unsere Salzburger Freunde werden ähnliche preschen geschlagen. Der Frontmann steht ebenfalls dem Ritchie Krenmaier in nichts nach und so ist dieser Rundling für mich ein absolutes Highlight. Hatte doch meine Wenigkeit die Salzburger Metaller total verehrt und sich nach etwas ähnlichem als Ersatz gesehnt. Nun wie gesagt hiermit habe ich meinen Ersatz. Nach all dem Geplänkel könnte man jetzt glauben das man stur auf derselben Linie fährt. Nein tut man nicht, etliches an ähnlichen Soundideen ist dabei, doch die Baden Würtenberger sind zu eigeninnovativ als nur nachzuäffen. Sphärische Klänge, satte Melodien und auch viel progressive Soundkunst wird gelungen mit einer modernen Power Metal Mischung vermengt. Sehr wuchtig und stattlich zugleich schallen die Stücke durch die Boxen und reißen einen vom Fleck weg vom Hocker. Nichts bleibt auf demselben Stein liegen. Stets ist man bemüht neue Einflüsse und Ingredienzien zu bieten und das gelingt ihnen quer durchs Album. Mal satter, mal wieder deutlich rauer ausgelegt wirken die Stücke extrem gut und lassen meine Kinnlade vor Staunen nach unten klappen. Selten erlebt man solch eine präzise Genauigkeit, und auch verheddern sich viele Szenekollegen und landen dadurch im zum komplexen Eck. Die deutschen Power Metaller sind aber von einem ganz anderen Kaliber und servieren uns hier nur das Beste. Niemals nervt man mit zu viel Gedudel oder gar zu argem Geplänkel aus dem progressiven Eck. Gut kombiniert bringt man den satt fusionierenden Sound bei allen Stücken bestens zur Geltung. Kurze Einlagen und schon wird wieder ordentlich der Hammer geschwungen.

Das Album gibt es Kostenlos bei der Homepage zum Runterladen.

Fazit: Endlosgeiles Teil das hier raus gebracht wurde. Meine Wenigkeit verneigt sich tief vor den Baden Würtenbergern, welche den alten Stygma IV Sound wieder aufleben lassen und das mit einer guten, reichlich eingelegten Eigenportion an Ideen und Verstrickungen.

Metal-Inside
Neues Jahr = neue TIMEMAGE. Alles wie immer? Mitnichten: Da Mastermind Stefan Schenkel im Moment an einem Projekt werkelt, welches in erster Linie seine ruhige und melodische Seite zeigen wird, gibt es auf „Black Invocation“ so amtlich wie noch nie auf die Glocke. Harter Heavy Metal, welcher mitunter sogar in thrashigen oder in Melo-Death Gefilden wildert. Aber diese überraschend harte Ausrichtung steht TIMEMAGE sehr gut zu Gesicht, da eingängige Hooklines und melodische Verschnaufpausen nicht vergessen werden (zum Beispiel beim bombastischen „Girl In The Fire“). Bemerkenswert für ein „Non-Profit Unternehmen“ wie TIMEMAGE (auch dieses Album gibt es wieder zum kostenlosen Download auf www.timemage.de), ist die Tatsache, dass sich die Band nicht nur musikalisch von Album zu Album steigert, auch der Sound tönt von mal zu mal besser und professioneller. Diesmal sind mit dem melancholisch-hymnischen „Almost Dead“ und dem futuristischen „Nemesis Theory“ richtige „Hits“ dabei und auch der Rest fällt da kaum ab. „Black Invocation“ ist ein homogenes Werk welches sich sämtlichen Vergleichen entzieht, da TIMEMAGE seit jeher eine enorme Eigenständigkeit aufweisen, was sich mit dem neuen Werk nicht geändert hat. Inhaltlich ist „Black Invocation“ zwar kein Konzeptalbum geworden, jedoch durchziehen die Themen „Okkultismus“ und „Paranormales“ als roter Faden das Album. TIMEMAGE sind jetzt keine „Chaostheorie“ Spinner geworden, sondern beschränken sich auf das Beschreiben von Mythen, unerklärlichen Phänomenen und Legenden, was perfekt zur Musik passt. Zum Schluss muss ich mein Eingangsstatement doch ein wenig revidieren: Qualität und Originalität sind doch wie immer, nämlich auf höchstem Niveau – und so ist doch nicht alles anders. (fz)

Disctopia
Neues Material aus der Idealisten Ecke. Stefan und seine Truppe von TIMEMAGE veröffentlichen mit “Black Invocation” den mittlerweile zehnten Silberling. Dabei fällt die stilistische Einordnung nicht unbedingt einfacher als bei vorigen Werken.

TIEMAGE bleibt sich selbst und auch den Anhängern treu – das Album ist, wie alle Vorgängeralben auch, völlig kostenfrei über die Webseite der Band beziehbar. Und das in unserer kapitalistischen Weltordnung!

Stefan, Kopf und Mastermind der Band, setzt seit den Anfängen Mitte der 90er Jahre sein Konzept scheinbar erfolgreich um. Dabei geht es ihm und der Band nicht darum, mit der Musik den Lebensunterhalt zu generieren sondern viel eher um die Musik selbst.

Alle Songs sind frei über die Webseite erhältlich. Eine Monetisierung entfällt dabei vollständig. Ist so ein Projekt nun authentischer und letztlich nicht nur im Herzen, sondern auch im Kopf auf die Musik fokussiert?

Mag sein, doch ist mir persönlich der Ansatz etwas zu radikal. Radikalität ist nur in den seltensten Fällen nachhaltig. Vielen Anhängern einer Band oder Musikrichtung ist es durchaus – auch heutzutage – noch immer wichtig, den Bands etwas zurückzugeben. Zumeist in Form eines Kaufes. In diesem Fall wäre ein Spendebutton á la Flattr oder PayPal sicherlich angebracht.

Nun nach diesem Prolog endlich zur Musik. TIMEMAGE versprechen eine genrelose metallische Musik aller Richtungen. Ein Versprechen das ziemlich überzeugend eingehalten wird. Zwar bewegen sich die meistens Songs im Bereich des Power Metals, doch so richtig klassifizieren lässt sich das ganze nicht. Lediglich der Gesang verzichtet auf zu viele Elemente (Shouts, Scream, Growls, …) und verharrt, wie ein roter Faden in Geschichten, im cleanen Bereich quer durch die Songs.

Lyrisch widmet sich “Black Invocation” dem Paranormalen. Alle zwölf Songs referenzieren auf ein geschichtliches Ereignis oder einer Prophezeiung. Dabei gefällt besonders die Auflistung und Kurzerklärung zu den Songs auf derHomepage von TIMEMAGE. Darunter viele bekannte spirituelle Geschichten, aber auch so einige weniger Bekannte im deutschsprachigen Raum.

Ein paar Klicks weiter warten die vollständigen Lyrics zu den Songs auf “Black Invocation”. Diese sind überwiegend sehr direkt und einfach formuliert. Eine Metaebene zwischen den Zeilen sucht man schon deswegen vergebens, da alle Songs einer bestimmten Thematik zugeordnet sind.

Besonders gelungen sind Songs wie “Almost Dead”, eine eher ruhige Nummer mit dezenten Drums und Gitarren und starkem Fokus auf melodischen Gesang. Doch auch lebhaftere Werke wie das von den Mayas inspirierte “Nemesis Theory” überzeugen und entwickeln gar Ohrwurmcharakter. Chorartiger, melodischer Doppelgesang mit dynamischer Instrumentierung. Das ist dann jedoch nur noch „Power Metal light”.

Die beiden reinen Instrumentalsongs “Flight of the Orbs” und “Night of the White Lady” sind äußerst ruhig und in sich gekehrt ausgefallen. Können aber dennoch, oder gerade deswegen, mit vielen Emotionen überzeugen.

“Black Invocation” ist ein überdurchschnittliches Werk mit absoluten Homerecording-Attitüden. Das Werk ist sauber produziert, doch hört man heraus, dass hier nicht das gesamte musikalische Spektrum genutzt wurde. Die Songs sind interessant gestaltet, widmen sich in konzeptioneller Hinsicht einem interessanten Thema und können durch Abwechslung und Innovation überzeugen. TIMEMAGE ist womöglich das sympathischste musikalische nicht-kommerzielle Projekt.

BurnYourEars
Wenn ein Promozettel mit den Worten „… schaut mal, ob ihr bekloppte Leute in der Redaktion habt und drückt ihnen die CD in die Hand …“ endet, dann ist das in erster Linie ein cleverer Schachzug. Wenn du dann die CD kriegst, fängst du an, dir Gedanken zu machen. Eigentlich zitiere ich ungern aus Promozetteln und mache mir lieber selbst meine Gedanken. Aber was TIME MAGE aus Viernheim über ihre Musik schreiben, ist so  treffend, dass ich es teilweise zitieren muss.

Eine Mischung aus GRAVE DIGGER, diversen Videospielkomponisten, dazu ein SIGH-ähnliches Growling (stellenweise so herrlich grottig, dass es einen Mörderspaß macht!) und wem das nicht genug ist, der kriegt noch eine Dosis Prog obendrauf. Damit kann man doch kein Geld verdienen? Wollen TIME MAGE auch gar nicht, sondern in erster Linie gehört werden. Sollte klappen, denn die Musik von TIME MAGE ist hörenswert, weil innovativ, verrückt und anders.Die Songs sind clever arrangiert und einige Treffer kitzeln den Hörer langsam aber sicher zum Höhepunkt. Der Weg dahin ist gepflastert mit Keyboardattacken, Double Bass Bomben und diversen riffigen Nackenschlägen. Besonders auffällig ist die Kunst, mit einfachen Mitteln und geschickt eingebauten Samples eine überzeugende Atmosphäre aufzubauen. Es macht sich doch anscheinend immer bezahlt, wenn Künstler ohne monetären Druck und ohne Schubladendenken an Musik herangehen. Bei „Girl In The Fire“ stand ganz sicher kein echtes Orchester im Studio und trotzdem bauen TIME MAGE hier schon die ein oder andere Gänsehautwand auf. „Black Invocation“ ist professionell aufgenommen und die musikalische Promenadenmischung dröhnt klar und differenziert aus den Boxen.Man hört die Liebe zum Detail und noch dazu bietet die Band alles zum kostenlosen Download an. TIME MAGE klingen wie SIGH nach dem Entzug, das trifft es für meinen Horizont am besten. Ein gelungenes, rockiges Potpourri für Musikfans, die zwar die harten Töne mögen, aber nach alle Seiten hin offen sind. Eine gewisse Tendenz zu Anime ist sicherlich auch nicht hinderlich. Wer allerdings mit Avantgarde Metal, einer Prise Theatralik, SIGH und gut gemachtem Trash nichts anfangen kann, der wird die Platte wahrscheinlich hassen.Letzteres dürfte TIME MAGE, die schon seit 18 Jahren ihr Ding durchziehen, aber mal ganz peripher tangieren …

Obliveon
Das Stefan Schenkel Projekt namens TimeMage erhöht die Schlagzahl und wuchtet nach nur einem Jahr Pause seit der letzten Veröffentlichung ein neues Silbereisen an die Öffentlichkeit. Für die Energie, dies jedes Mal in Eigenregie zu gestalten, sollte man den Jungs schon mal Respekt zollen. Etwas härter, aber auch gleichzeitig düsterer und moderner sind TimeMage geworden, was ihnen, meines Erachtens, gut zu Gesicht steht. Das stampfende, mit Growls versehene „El Chupacabra“ – eine mexikanische Sagengestalt, das hymnische, Melodic-Power-Metal-mäßige „Girl In The Fire“ und der coole Banger „The Bell Witch“ sind jedenfalls gelungene Kompositionen. Zudem hat sich die Produktion gegenüber der letzten Veröffentlichung ‘Rebirth‘ noch einmal verbessert. Wenn jetzt der gelernte Keyboarder Schenkel sein Instrument noch etwas dezenter einsetzen könnte… ‘Black Invocation‘ gibt es übrigens für jedermann kostenlos auf der Homepage der Band zum Download. Wer jetzt die Möglichkeit nicht nutzt TimeMage zu testen, der wird es wohl nie tun.
http://www.timemage.de 7/10 – LL.

Stormbringer
Gratis, aber nicht umsonst! So beginnt meine Reise durch das Universum von TIMEMAGE. Sie haben ihr neues Album, das zehnte in der achtzehnjährigen Bandgeschichte, nicht nur vor- sondern gerade auch zum Download auf ihre Site gestellt. Und das kostenlos, wohlverstanden.Allein schon damit produzieren sie ein Stück Metal, das seinen Preis wert ist. Der Sage nach werden die TIMEMAGE-Alben in Stefan C. Schenkels Schlafzimmer eingespielt und lediglich das Mastering geschieht in einem „richtigen“ Studio. So gesehen machen die Jungs technisch vieles richtig. Am Mixing oder der Aufnahmequalität lässt sich wenig aussetzen.Musikalisch schon eher. Wobei gleich zu Beginn zu sagen ist, die Musik ist nicht schlecht. Da werkelt eine enorm kreative Band und bewegt sich innerhalb vieler Genres und weit darüber hinaus. Symphonic Metal findet sich da ebenso wie beinahe Pop-Elemente. So gesehen könnte man das Album in die Prog Metal-Ecke stellen. So einfach geht es aber auch wieder nicht. Dazu sind die Jungs zu verspielt. Und das ist der grösste Schönheitsfehler – sie übertreiben es in alle Richtungen.Das Album beheimatet Material für viele Alben, welche im Stil einheitlicher sein könnten, dann kohärent ergänzt und vervollständigt gehörten und sich in verschiedenen Welten wohl fühlen könnten.Also einfach stilreiner, damit ordentlich in die grosse Metalschublade verpackt werden kann? Ich müsste mich selber Lügen strafen, wenn ich das von einer Band erwarten würde. Ich mag Nu- oder ProgMetal, die Liebeleien mit Punk, Hip Hop und was auch immer. Aber ich mag auch Musik, die in sich stimmig ist, rund, harmonisch. Das Spiel mit den Genres, die Mischung von Stilen und Elementen gehört zwingend zur Entwicklung der Musik.Hier liegt aber ein Album vor, das enormes Potenzial bietet, in kreativer wie technisch-musikalischer Weise. Aber es ist zuviel des Guten. Es ist wie ein Puzzle, das zu keiner endgültigen Form findet. Ich mag den Titelsong „Black Invocation“, „Dark Visitors“ sind ein gelungenes Stück Mischwerk, „Night Of The White Lady“ ist eine wunderschöne Ballade, für einmal passt auch das Keyboard einigermassen.Aber was soll ich mit „Crossroads“ anfangen? Ein wenig Metal, Gesangsparts wie bei „Horniez“ von Bonemud – nur schlechter, ein wenig HipHop-Attitüde, dann aber das Keyboard, das an Jahrmarkt erinnert. Oder „Flight Of The Orbs“ – sorry, das hatten wir in den Siebzigern – durchaus auch schlechter, aber eben auch viel besser.Nein, das soll kein Verriss werden. Vielmehr zerreisst es mir das Herz im Leib, wenn ich so viele ungeschliffene Edelsteine höre, die auf einer billigen Kette wahllos und ohne innere Verbindung aneinandergereiht werden. Jungs, nehmt das Material, schlagt es auseinander und baut es neu zusammen, so dass zusammenkommt, was zusammengehört. Und dann entsteht daraus ein geiles „was-für-ein-Genre-auch-immer“-Metalalbum, davon bin ich überzeugt.Was die Band übrigens vorbildlich macht – auf ihrer Website lassen uns TIMEMAGE daran teilhaben, was ihnen die Songs bedeuten, welche Geschichten sie erzählen.Zwei Dinge, welche TIMEMAGE, trotz aller Kritik, nicht tun sollte; das kreative Potenzial weglegen und die Aufnahmen in der Küche machen – kommt beides nicht gut!

Undergrounded.de
Avantgarde ist ein vielseitiger Begriff und wird heutzutage zu oft für Bands verwendet, bei dem der Rezensent einfach zu faul ist, sich etwas Besseres zu überlegen. Doch TimeMage sind exakt das, nämlich schwer zu verstehen, also Avantgarde. Seit mittlerweile 20 Jahren frickeln sich die drei Musiker nun schon durch die Lande, um nun mit „Black Invocation“ ihr elftes(!) Album zu veröffentlichen.

Zu Beginn muss den Mannheimern aber großer Respekt ausgesprochen werden. Das gesamte Album wurde in Eigenregie aufgenommen und man hat sich nur fürs Mastering in ein „richtiges“ Studio begeben. Das hört man der Platte überhaupt nicht an, ganz im Gegenteil, der Sound ist klar und sauber produziert. Aber noch viel bemerkenswerter ist die Tatsache, dass TimeMage als Non-Profit Band fungiert und somit ihre gesamten Alben frei und kostenlos(!) auf ihrer Homepage zum Download anbieten. Dies hab ich in so einer Form noch nicht gesehen und finde ich absolut unterstützenswert. Hut ab!

Musikalisch ist dieses Album, wie bereits erwähnt, äußerst schwer einzuordnen. TimeMage bedienen sich an verschiedensten Genres und bringen sie zusammen, ob es passt oder nicht. Mit „Black Innovation“ wählt man leider eine durchschnittliche Rock Nummer als Opener, die zwar nicht schlecht klingt, aber auch nicht begeistern kann. „Crossroads“ zeigt anschließend das größte Problem des Albums auf, man will zu viel. Eine Mixtur aus Keyboard, Metal, Hip Hop und klarem Gesang prallt auf den Hörer ein und überfordert diesen maßlos. Wenn man eine ordentliche Hook oder Melodielinie hat, wird diese durch einen nächsten, vollkommen anders klingenden, Part wieder zerstört. Dieser Fehler ist leider in fast jedem Lied vorhanden, sei es das thrashige „Possesed By The Devil“ , das poppige „Girl In The Fire“, oder die Ballade „Night Of The White Lady“. Es existiert bei jedem Song ein sehr guter Grundgedanke, der auch kompositorisch hochwertig umgesetzt wird, aber man schießt meistens dabei übers Ziel hinaus. Dass der Sound der Band bewusst so progressiv gehalten ist, kann man verstehen, doch kann man sich, durch die gewaltige Intensität, das Album nur schwer am Stück anhören, obwohl es durchaus Ohrwurm Potenzial beinhaltet.

Insgesamt entsteht hier ein Werk, das leider einiges an Potenzial ungenutzt lässt. Es ensteht ein komplexes Puzzle, bei dem nicht alle Teile zusammen passen. Ändert man diese Tatsache und arbeitet daran, dass, trotz aller Progressivität, die Parts einen Bezug zueinander haben, ist hier noch einiges mehr zu holen. Und, dass sie wesentlich erfolgreicher werden, wünscht man den Mannheimern, aufgrund ihres oben beschriebenen vorbildlichen Verhaltens gegenüber den Hörern, von ganzem Herzen.