Presse Nightmares

„Nightmares“ Reviews

Amboss Mag

Wenn ihr denkt, Musik und Idealismus als Verbindung hätte sich mit dem Jahrtausendwechsel endgültig verabschiedet, dann hab ich hier was für euch. Es gibt ja immer diese Beipackzettel, selten war ich aber derart gerührt wie in diesem Fall. Meistens sind diese Infos für Rezensenten ja voll mit Worten wie Innovativ, bestes Album seit Erfindung der CD usw., hier regiert allein die Liebe zur Musik. Und dann listet dieses Beiblatt auch noch in alphabetischer Reihenfolge Bands auf, die Einfluss auf die Musik von Timemage hatten. Keine diese Bands werde ich hier erwähnen, da mir die Musik viel zu eigenständig und viel zu authentisch ist.

Klar, dass diese Band schwer in Schubladen einordbar ist. Jegliche Facette des Metals wird in melodische Vehemenz getragen. Egal ob man düster, deathig oder progrockig agiert, bestechend ist die Leichtgängigkeit und selbst jazzige Attacken werden wie selbstverständlich in die Songs integriert.

Eine sanftmütige Ballade introiert das Werk, welches von pianoesken Keys und weiblich/männlichen Duett getragen wird und typisch für die Band, selbst in dieser kurzen Spielzeit gelingt ihnen der Stil-und Tempowechsel. Danach feuert man dem Hörer eine Orgie um die Ohren, welche den weiblichen Gesang in Dark Wave Bereiche entführt, den männlichen Gesang growlig und gewaltig die brachialen Saiten unterstützen lässt. Zwischendurch werden Klassik-orientierte Zwischenspiele eingeblendet und der Refrain ist von einer druckvollen Elegie geprägt die sich betörend in die Gehörgänge schleicht. Eine Spur Geschwindigkeit legt man beim energischen „duality of mind“ an den Tag. Egal wie exzessiv das Saitenspiel auch agiert, egal wie viel Aggression in den Gesang integriert wird, es gelingt erneut den Ohrwurm zu implantieren. Der Refrain ist schon genial, aber das Zwischenspiel mit Keyboard hat Qualität, wie man sie eigentlich nur in einem professionellen Studio erzeugen kann.

Jetzt kommt der Clou: Das gesamte Werk wurde im heimischen Schlafzimmer eingespielt. Wer hier in der heimischen Wohnung andere Spielchen betreibt und dabei seinen Einfallsreichtum nicht einem schnellen Erfolg opfert, wird den Abwechslungsreichtum der Band verstehen, mal romantisch, mal heftig, mal verträumt, mal brachial und selbst die unweigerliche Pause zum steigen lassen gibt es in Form der vertrackten Jazz-Jam-Session während „Utopian wilderness“ (jegliche Vergleiche mit eurem Sexleben und euren Wünschen existieren anhand des Titels nur in eurer Phantasie).

Bei „Nights in Insuma“ lässt Stefan seine tiefste Growl Stimme hervorkommen, was diesem Song nicht nur Finsternis verleiht, sondern trotz der Melodie bedrückt. Das psychotische, eingestreute Lächeln verstärkt diese Atmosphäre. Das instrumentale „Fading away“ ist von tiefer Trauer geprägt, die Tastenvariationen steigen dort ein, wo die EKG Linie zum geraden Strich wird. Es gibt Songs die brauchen keinen Text.

„Born to be“ ist de perfekte Nachfolge Song und Sänger Stefan versteht es erneut jede Strophe mit einer anderen Stimmvariation zu begleiten, bzw. zu intonieren. „When the last dream dies“ wird unheimlich gefühlvoll dargeboten und besticht mit einer Hookline, wofür einige bekannte Bands sterben würden. Wahrscheinlich subjektiv, aber wie sich der Song in meinem Ohr breit macht, die hymnenhafte Betörung im Refrain, der leicht folkige Touch, für mich das Highlight von „Nightmare“. Obwohl die Melange aus Heftigkeit und verwegener Romantik in „Succubus“ könnte auch das Highlight, und die ganzen Songs davor…………

Lassen wir das. Um gute Musik zu machen braucht es nicht viel. Viel braucht es nur wenn schlechte Musik gut klingen soll.

Bevor wir zum Ende kommen noch der Hinweis, das Album legt mit den letzten Stücken eine gehörige Schippe Aggression drauf. Knüppelattacken werden mit wilden Gesang begleitet und irgendwie hat man das Gefühl, dass das Schlafzimmer zum Schluß in seine Einzelteile zerlegt wird. Egal aufräumen muß mal sein und in die Leere der Zerstörung haut man das gefühlvolle „believe“. Kurz zweimal ausgetobt, Zimmer verwüstet und mit den Augen eines Kindes sagen: Ich bins nicht gewesen.

Jetzt kommt der Clou Nr.2: Dieses geniale Album gibt es für ganze 5 Euro über die Homepage. Und nicht als gebranntes Objekt im belanglosen Pappcover, sondern als wunderschön aufgemachte CD mit reichhaltigen Booklet. Diese Band verkauft sich weit unter Wert, aber wahrscheinlich ist es dies, was die Band unter „true“ im Sinne von authentisch versteht.
(andreas)

 

Metalglory

Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!

Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!

Erwarte das Unerwartete. So würde ich die Musik von Timemage beschreiben, wenn ich mich auf drei Worte beschränken müsste. Wer mit Musik der Viernheimer zum ersten Mal zu tun hat, wird nämlich sein blaues Wunder erleben. Denn der vielfältige Musikgeschmack der Band um Mastermind Stefan Schenkel von orchestralen Soundtracks über klassischen Metal bis hin zu Black und Death spiegelt sich gnadenlos in der Musik wider. Dass Timemage sich nicht auf eine Stilbeschreibung festlegen, ist sinnvoll. Schließlich machen das Sigh oder Loch Vostok auch nicht. Doch Vorsicht! Genauso wenig wie sich die beiden Bands untereinander vergleichen lassen, sind Timemage unvergleichbar.

Mit einer imposanten Zielsicherheit gelingt es der Band nach „Shadow Realm“ abermals in jedem Stück verschiedene und sehr gegensätzliche Facetten des Metal so zu verschmelzen als wäre es die natürlichste Sache der Welt. Hier wirkt nichts, wirklich nichts, gekünstelt oder konstruiert. Das ist eine ganz hohe kompositorische Schule! Über all dem ragen die faszinierenden Melodien heraus, die sich ohne große Umwege direkt im Ohr festsetzen. Kitsch? Mitnichten. Ich möchte nicht sentimental klingen, aber ich bewundere die Fähigkeit so eingängige Melodien zu erschaffen, die sich nicht nach ein paar Wochen abnutzen, wie es zum Beispiel bei Edguy regelmäßig der Fall ist. Denn noch immer schwirren mir beispielsweise „Still Alive“ oder „Shadow Realm“ vom Vorgänger in den Ohren herum, obwohl die Scheibe schon anderthalb Jahre auf dem Buckel hat. Kein Zweifel, dass dies auch auf „Nightmares“ der Fall sein muß.

Das Album mit der düsteren Grundatmosphäre ist im heimischen Schlafzimmer (!!!) von Stefan Schenkel mit viel Detailliebe besonders vorbildlich aufgenommen worden und hat vielleicht auch deswegen einen sehr eigenen Klang. Das ist auch ein Stück der Identität, der Authentizität und des Idealismus, den ich an Timemage so schätze.

Wenn ihr einem Neuling erklären wollt, was Heavy Metal ist, dann nehmt doch einfach dieses Album. Denn es hat alles, was unsere Musik auszeichnet: Gothic, Thrash, Death, Power Metal, Growls, clean vocals, perfekt inszenierter Wechselgesang, großartige Melodien, Aggressivität und große Gefühle.
Für lächerliche 5 Euro gibt es dieses Juwel über die Homepage zu beziehen. Großartig in jeder Hinsicht!

9.0 Punkte von Lex (am 25.05.2006) 

ADL

Im Schlafzimmer von TIMEMAGE Mastermind Stefan Schenkel ging es in den vergangenen Monaten heiss her. Nicht was ihr jetzt denkt – nach dem 2004er Release „Shadow Realm“ übersiedelte der Musiker mit seinem Equipment in die heimische Schlummeranstalt, wo er das aktuelle Album „Nightmares“ zimmerte.

Auf vier Mann/Frau gesundgeschrumpft darf von TIME MAGE diesmal ohne weiters bereits als „richtige“ Band gesprochen werden. Stefan Schenkel und seine tatkräftigen Helfer – Tobias Brandneck (Git.), Anne Brandneck (Vocals) und Daniel Ott (Vocals) – sind zum eingespielten Team gereift und waren zum Teil auch gemeinsam in das Songwriting involviert. Deutlich kompakter sind auch die 13 Songs auf „Nightmares“ ausgefallen, die nach wie vor die unterschiedlichsten Einflüsse unter dem Decknamen Prog Metal vereinen. Dennoch: schubladisieren lässt sich auch „Nightmares“ nicht, mit ihrer Mischung aus Power, Death, Symphonic und Melodic bis hin zum Hardcore setzt sich die Band neuerlich geschickt zwischen alle Stühle und fordert vom Hörer mehr denn je unbedingte Barrierefreiheit im Kopf. Dass die CD einen ganzen Zacken härter als ihr Vorgänger ausgefallen ist, ist zu grossen Teilen dem vielseitigen Riffing von Tobias Bradneck zu verdanken. Auch bei den Vocals wurde der Härtegrad etwas hochgeschraubt, ohne sich aber auch nur ansatzweise zu sehr in die Death/Black Ecke drängen zu lassen. Doch nicht nur im Songwriting gab es Verbesserungen, auch optisch steigen TIME MAGE in professionellere Fusstapfen. Besonders schön ist diesmal das Coverartwork (von Kurt Wörsdörfer) ausgefallen, das den Eindruck der „Nightmares“ eindrucksvoll untermauert.

Wo viel Licht ist, muss es aber bekanntlich auch Schatten geben, so kämpfen die sympathischen Musiker nach wie vor mit einem bedauerlichen Defizit bei den Vocals. Besonders die Chöre haben noch nicht den Bombast erreicht, den die dramatische Musik von TIME MAGE verdient hätte. Auch das Piano ist für meinen Geschmack in manchen Songs zu präsent – die eine oder andere Leadgitarre würde an seiner Stelle einen Zacken mehr Professionalität vermitteln. Trotzdem muss man sich stets vor Augen halten, dass es sich hier um eine Low Budget Produktion im heimischen Schlafzimmer handelt. So gesehen ist „Nightmares“ ein geradezu sensationelles Album geworden.

Und so schliesse ich dieses Review mit den selben Worten, wie bei „Shadow Realm“, denn sie haben an Aktualität nicht verloren: Meines Erachtens kann (und wird!) der Weg von TIME MAGE nur bergauf führen – weiter so!

P.S. Interessierte können „Nightmares“ für wohlfeile EUR 5,- auf  TimeMage.de ordern.

4/5 Punkten- adl

 

Metalcoven

TimeMage is a band name that screams prog metal. The band’s mastermind claims the same title. And yet… the artwork and track titles adorning „Nightmares“ are far darker, either death metal or modern metalcore in décor. Skull-faced female corpses, band photos taken in snow-covered forests, and song names such as „Dreams Become Nightmares“ and „Follow the Rats“ all lead to a decidedly aggressive heavy metal conclusion. And then there is the presence of a dedicated female vocalist, and the band’s emphasis on large walls of synthetic symphonies, both occasional aspects of gothic metal.

So which is it? Prog metal? Death or black metal? Goth metal?

All three? TimeMage boasts an amazing blend of epic and despondent, extreme and melodic, orchestral and heavy metal. There is admittedly a strong sense of demo quality here – this is an unsigned band, after all, the brainchild of a German by the name of Stefan Schenkel (the band’s keyboardist, male vocalist, drummer, programmer, producer, and even liner note co-artist). And despite the fact that this is a group with quite a few releases under their belts („Nightmares“ is the seventh TimeMage release!), the sound quality is still surprisingly poor.

But none of that stops TimeMage’s „Nightmares“ from being one of the top releases of the year. If nothing else, this album is one of the most diverse albums I’ve heard this year, one of the most distinctive. I hear hints of other bands in TimeMage, but I have never heard anything quite like „Nightmares.“ And I like that.

It only takes two minutes for TimeMage to show the listener what they are made of. „Dreams Become Nightmares“ opens as a cleanly-sung duet between male and female singers, over a slow piano melody. This quickly morphs into dark, heavy distorted guitars, not too unlike a doomy thrash intro. Out of this short intro track, „Save Us“ emerges as a dark electronic beat, only to tumble into a sinister, regal metal track that sounds like something Theatre of Tragedy or a lighter Cradle of Filth might pull out. Schenkel provides a wide variety of vocals, from harsh growls to blatantly Celtic Frost-influenced rhythmic weirdness. The chorus of this song is something out of a power metal song, though, with a full choir of male and female singers calling for salvation from above. There is even a classically-arranged bridge that is highly reminiscent of Within Temptation.

Needless to say, TimeMage is difficult to pin down. While mostly rooted in dark prog metal, TimeMage seem to have substituted jazzy noodling for extreme metal influences and gothic soundscapes. And any band that invokes the spirits of Celtic Frost, Metallica, Therion, Dimmu Borgir, Dark Moor and Iced Earth is solidly headed in the right direction, at least as far as this reviewer is concerned.

The rest of „Nightmares“ continues TimeMage’s tendencies towards dark, epic music that rides the line between light and shadow. „Duality of Mind“ is fast and thrashy, with yet more unique vocal stylings (this time in the form of clean, slightly processed, slightly harmonized male vocals). Electronics are prevalent throughout, and often add a darkwave sound. „Nights of Inguma“ is a huge slab of doomy death metal, with the slightest of keyboards giving the music an eerie feel. „Fading Away“ is a surprisingly moving piano interlude. „When the Last Dream Dies“ reeks of europop, but isn’t necessarily a bad song, just… sugary. „Follow the Rats“ lives up to its expectation as one of the heaviest, most venomous tracks on the album. And „Believe“ brings things to a pleasantly melancholic close, sad but with the slightest hint of triumph.

Did I mention that TimeMage are unsigned? This is a band that is in desperate need of a recording budget. The music here is phenomenal, and is only dragged down by a general muddiness and occasional inability to hear what some of the non-vocalists or non-guitar musicians are doing. And hopefully, with a record contract would come the ability to hire a real drummer. Much like Empyrean Sky (my top band pick from a few years back), a drum machine doesn’t necessarily make great music bad, but a human drummer would make this great music even greater. And several times throughout the course of „Nightmares,“ Schenkel’s accent prevents this reviewer from easily understanding what he is saying. Thankfully, full lyrics are presented for the curious. And admittedly, better production might assist in Schenkel’s enunciation. But for the time being, every so often, the vocals and lyrics are even muddier than the rest of the music.

And one would expect a band with a dedicated female vocalist to have at least some female vocals on a track entitled „Succubus.“ But apparently not.

Schenkel has been operating under the TimeMage name since he was fifteen years old. So I cannot so much as hazard a guess as to what the earliest TimeMage releases sound like. But „Nightmares“ is an amazing assortment of power metal, progressive metal, goth metal, extreme metal and amateur orchestral music. It lacks severely in the production department, but get past the murky sound and there is a jaw-droppingly good metal album to be found.

 

Terrorverlag

Orchestralen Düstermetal haben sich die aus dem Raum Mannheim stammenden TIMEMAGE auf die Fahnen gemalt. Kopf der Band ist seit der Gründung 1995 Stefan Schenkel, der für Keyboards, Vocals, Drums, Drumpads und Programming zuständig ist. Der Clou an der Sache: Produziert wird im heimischen Schlafzimmer! Und der Sound ist amtlicher als bei vielen Studioproduktionen. Musikalisch könnte man sich wohl am ehesten bei THEATRE OF TRAGEDY treffen. Allerdings geben die Herren plus Dame am Gesang eine Menge an unterschiedlichen Einflüssen an, u.a. SAMAEL/ OPETH/ THERION. Von den u.a. ebenfalls genannten TESTAMENT/ ANNIHILATOR/ BOLT THROWER oder gar DIMMU BORGIR kann ich allerdings nichts vernehmen. AYREON schon eher, was die vielen Klavier/ Key-Parts angeht, die allerdings auch mit feinen Melodien glänzen können!

Ein Track wie „Nights of Inguma“ weiß mit seiner old-THERION-Schlagseite gar zu begeistern. Hätte das Ganze einen fetten Studiosound, besonders beim Drumsound, die nächste Nuclear Blast-Kapelle wäre am Start. Schade, dass Vocalistin Anne Bradneck nicht öfter so gut zum Zuge kommt, wie bei dem Klasse Opener „Save Us“, der vom Rhythmus gar phasenweise an alte CREMATORY erinnert. Das nachfolgende „Duality of Mind“ hätte musikalisch dann wieder auf eine KRUPPS-Scheibe gepasst! Wie ihr seht, werden bei TIMEMAGE jede Menge verschiedenste Einflüsse zu einem sehr gut konsumierbaren Ganzen verkleistert.

Zwar geht dem guten Stefan nach hinten raus beim Songwriting etwas die Luft aus, aber das kann man bei fast einer Stunde Spielzeit verschmerzen. Zumal man mit einem sehr geilen Artwork auftrumpft und die CD für unverfrorene 5 (!) Euro bei der Band abgegriffen werden kann! Da gibt’s nichts mehr zu überlegen… KAUFEN!!!

MOSES (04.06.2006)

 

Sacred Metal

Das nenne ich mal eine Eigenproduktion im wahrsten Sinne des Wortes: das neue Album seines Projekts Timemage hat Mainman Stefan Schenkel (v, keys, drums) mit seinen Mitstreitern (u.a. Gastvokalist Daniel Ott, Lesern dieser Seite hoffentlich bekannt von Divinus ) der Einfachheit halber im heimischen Schlafzimmer (!) aufgenommen. Für diese Verhältnisse ist das Resultat nicht anders als grandios zu bezeichnen – gerade die vielschichtig arrangierten Keyboardsounds des Cheffes können immer wieder begeistern, egal welche Stimmung gerade angesagt sein sollte. Timemage agieren nämlich stilistisch gesehen sehr offen und sind demnach nix für die Scheuklappenfraktion unter unseren Lesern. Da geht oftmals innerhalb eines Songs die Reise von filigranem Prog über deathmetallische Düstereinlagen, nur um in einem mega-eingängigen Chorus zu münden, wie ihn Truppen wie Blind Guardian nicht plakativer bringen könnten.

Andernorts zeigt man sich im Kontext des einzelnen Songs zwar eindeutiger, das Gesamtbild hingegen entzieht sich jedoch weiterhin jeglicher einfachen Kategorisierung durch die Schubladenfraktion. Das Spektrum reicht von den von Savatage – oder auch mal Pink Floyd -artigen, höchst gefühlvollen Pianosounds getragenen „Dreams Become Nightmares“, „Fading Away“ oder „Believe“ (kein Cover!) bis hin zum lupenreinen Düstermetal eines „Nights Of Inguma“, das stark an mittelalte Samael -Sachen (so die „Passage“-Phase am ehesten…) erinnert. Mit den mit Abstand besten Tracks, „Born To Be“ und „When The Last Dream Dies“, wird’s auch mal richtig ohrwurmig, und eine Nummer wie das flotte „Social Disorder“ zeigt, daß man auch mit härteren Power/Thrash-Rhythmen keine Berührungsängste zeigt.

Wobei gerade die härteren Songs leider den größten Schwachpunkt des Albums überdeutlich in den Vordergrund rücken: Jungs, wo sind denn die Gitarren abgeblieben? Saft- und kraftlos mümmeln ebenjene irgendwo im Hintergrund herum – hier könnte ’ne professionelle Produktion dann doch sicher noch mehr rausholen, denn rein kompositorisch ist bei Timemage eigentlich soweit alles in Butter. Den aufgeschlosseneren Proggies unter Euch rate ich daher einfach mal, so Ihr mit einer solchen Einschränkung leben könnt, einfach mal die Homepage der Band ( http://www.timemage.de/ ) anzusurfen und Euch ein Bild zu machen. Dort gibt’s auch die sehr professionell aufgemachte CD für ’nen lächerlichen Fünfer zu erstehen. Ergo – ab geht’s…

Ernst Zeisberger

 

My Revelations

Zwei Jahre nach Erscheinen des „Shadow Realm“ Albums schiebt der Musikenthusiast Stefan Schenkel nun den Nachfolger hinterher. „Nightmares“ nennt sich der 13-Tracker und führt den zuvor eingeschlagenen Weg konsequent fort. Das heißt im Klartext, der Hörer bekommt hier eine enorme Palette metallsicher Spielarten geboten, die mit viel Liebe zum Detail verfeinert wurden. Überwiegend bewegt man sich in symphonischen Gefilden, dominiert von Keyboardsounds und -arrangements, ergänzt diesen Rahmen in ausgeklügelter Art und Weise mit Einflüssen aus Gothic-, Black-, Thrash-, Power und Prog-Metal, Jazz, Rock, Klassik, Funk und was weiß ich noch. Kompositorisch ist diese Eigenproduktion wirklich einiges wert. Der Gesang bewegt sich stimmungsgemäß zwischen clean (wie ich finde einer der Schwachpunkte der Platte) und aggressiven grunts. Man merkt jedoch sehr schnell, dass hier Menschen am Werke sind, die Musik mit Herzblut und aus reiner Freude komponieren und sich dabei auf ihr eigenes kreatives Potential verlassen. Natürlich lassen sich hier und da Parallelen zu bekannten Combos entdecken, was die Eigenständigkeit von „Nightmares“ jedoch nicht zu schmälern weiß. Man kann sagen, was man will, aber die Band klingt wie sie klingt: eben nach TIMEMAGE. Weiter so! Im Vergleich zum Vorgänger fällt insbesondere ins Auge, dass die Kompositionen etwas mehr an Ordnung gewonnen haben und trotz der krassen innermusikalischen Gegensätze kompakter und eindeutiger klingen. Die Produktion ist wiedermal für eine Schlafzimmerproduktion ziemlich gut ausgefallen. Die Klampfen drücken und braten passend zum Sound, die Keys sind wunderbar integriert und stimmig. Leider wurde wie bereits bei „Shadow Realm“ erneut auf den Drumcomputer zurückgegriffen. Sorry, aber derart lebendige Musik braucht einfach auch lebendige Kessel. Dieser sterile Klang nimmt der Mucke ein Gros an Intensität. Das Artwork ist erneut recht unfangreich ausgefallen und das fette Booklet bietet wie gewohnt diverse Stöberansätze.
Ergo: Musikfreunde sollten sich diese Eigenproduktion für läppische 5 Euro zulegen. Am besten direkt im Doppelpack mit „Shadow Realm“ über die Homepage bestellen.
Support the underground!

 

Pandaimonix

Die vier Pfälzer von Timemage bezeichnen sich selbst als „Prog Metal Formation“ mit Einflüssen von Annihilator Gamma Ray und Primal Fear . Wer jetzt aber schon eine bestimmte Musik im Hinterkopf hat sollte wissen, dass Bands wie Dimmu Borgir Opeth Running Wild und Testament im gleichen Atemzug genannt werden. Hier stutzt der Metalfan im allgemeinen und stellt sich die berechtigte Frage wie das denn jetzt zusammenpassen kann.

Es kann! Timemage hat mit “ Nightmare “ die Grätsche zwischen den weit auseinanderklaffenden Musikrichtungen geschafft. Herausgekommen ist ein schönes, abwechslungsreiches Album.

Songs wie “ When the last Dream Dies “ und “ Utopian Wilderness “ zeigen schöne Melodiefolgen inklusive einem guten Keyboardsolo. In “ Nights of Inguma “ grunzt der Sänger zu einem fetten Gitarrensound im Hintergrund. Noch besser hätte mir das Stück allerdings gefallen, wenn das Keyboard sich hier nicht so in den Vordergrund gedrängt hätte.

Es handelt sich bei dem Album nach eigenen Angaben um eine „Haus bzw. Schlafzimmerproduktion“, die nur zum mastern in Profihände gegeben wurde. In diesem Fall – Hut ab! Es gibt hier nur wenige Schönheitsfehler im Sound, der manchmal etwas zu behäbig und schwerfällig klingt. Bei einigen Songs hat man das Gefühl die Musik drückt zu sehr nach unten. Es fehlt etwas helles, hebendes, die treibende Kraft. Leider finden wir die auch nicht im Gesang, der an vielen Stellen zu wünschen übrig lässt.

Ich bin überzeugt, lässt sich hier ein Sänger mit einer klaren intensiven Stimme finden, kann der außergewöhnlichen Sound von Timemage aus der Menge hervorstechen.

Und hier noch eine kleine Anmerkung an den Keyboarder, Drummer und Produzenten von Timemage : Mach weiter so und lass dich bloß nicht abhalten von Menschen die Musik in „true“ oder nicht „true“ einordnen. Vielleicht müsste man hier mal die Scheuklappen abnehmen.

Saubere 8 Punkte

 

Pull The Chain (Belgien)

Two years after the already very well received (at least in Germany) second full-length titled «Shadow Realm», the German quartet TimeMage strike back with another progressive power heavy metal attack, so those who like the band’s previous efforts will without any doubt lap this new one out. Various (multiple) influences shine through from eighties progressive rock metal to the conventional German powermetal scene. Some heavy metal elements are there too. Cast all this in a gothic / dark surrounding enriched by some electro atmospheres and you’ll have «Nightmares»: a very diverse metal album. The project started some ten years ago by Stefan Schenkel sounds mature and shall delight a huge panel of progressive metal listeners. The production is clear and every ingredient for a successful eclectic release is there. Some discreet female vocal works (I like Anne string) are included here and there for good measure and nicely increase the melodic facet of the whole project. Efficient.
Georges

 

Walls of Fire

Timemage haben bereits mit ihrem letzten Album „Shadow Realm“ die Gemüter gespalten, denn der alles andere als herkömmliche Metal-Mix, den das Quartett auf diesem Album konstrueierte, war definitiv kein leicht konsumierbarer Stoff. Und nicht minder variabel schlägt die Band nun das nächste Kapitel auf, welches mir im direkten Vergleich zu „Shadow Realm“ allerdings ein wenig mehr zusagt. Timemage haben ihren Sound zwar noch ein bisschen weiter ausgebaut und kombinieren auf „Nightmaes“ ähnlich wie Therion die verschiedensten Klänge aus der düsteren Palette, verfolgen dabei aber einen deutlich melodischeren Ansatz, der innerhalb der 13 Kompositionen auch einig prächtige Ohrwurmrefrains bereithält. Zwischen symphonischen Arrangements und dem sehr markanten Keyboard-Einsatz werden dem Gesang dabei aber auch ungewöhnlich viel Freiräume gelassen, die allerdings auch die negativen Seiten dieses Releases beschreiben. So sind die wechselseitigen Vocals manchmal einfach nicht kräftig genug, beweisen in den emotionaleren Passagen in Songs wie „Follow The Rats“ dann aber wieder, dass im Zweifelsfalle schon mit ihnen zu rechnen ist. Da sie aber permanent im Vordergrund stehen und sich anstelle der Gitarren mit den Tastenklängen duellieren, fehlt es den Songs manchmal gehörig an Drive. Gerade in der zweiten Hälfte entfernt sich die Band dabei immer mehr aus der Metal-Sparte und lässt sich von den nicht selten kitschigen Keyboard-Klängen komplett übermannen. Klangen Nummern wie „Save Us“, „Duality Of Mind“ und das beschwörend wirkende „Nights Of Ingujma“ zu Beginn noch recht viel versprechend, lockert die Musik bei Stücken wie „Follow The Rats“ und „Believe“ viel zu sehr auf und widerspricht aufgrund des fast schon fröhlichen Ansatzes der ansonsten sehr ernsten, düsteren Stimmung der neuen Songs.

Zum Schluss geht so auch die Homogenität verloren; Timemage beackern viele Stilarten der harten Musik und bemühen somit auch einen sehr interessanten Crossover. Aber letztendlich sind die Ideen einfach zu lose umgesetzt und nicht konsequent verwirklicht. Einige schöne Melodien können nicht über so manch langatmigen, kompositorischen Moment hinwegtäuschen, und da der Gesang auch nicht immer voll auf der Höhe ist, wegen seiner Überpräsenz aber entscheidend für den Sound der Band ist, kann selbst auf diesem Wege nichts gerettet werden. Es bleibt ein vielseitiges und dennoch durchschnittliches Album, das trotz leichter Fortschritte seit „Shadow Realm“ nicht wirklich begeistern kann.

Autor: [deadnextdoor]

 

Deadfall

Schon einmal hatte ich das Vergnügen ein TimeMage Album in den Händen zu halten. Die Band um Mastermind Stefan Schenkel lieferte mit dieser Scheibe vor zwei Jahren ihr Debüt auf dem Metal Markt und legte die Messlatte für den zweiten Silberling, der nun unter dem Titel „Nightmares“ für Unruhe sorgt, sehr hoch an. Stellt sich ja nur noch die Frage, ob die Jungs und Mädels das ganze auch genau so gut hinbekommen wie erwartet, oder nicht? Ich darfs vorweg nehmen: Ja, und wie sie das tun!

Wie auch bei „Shadow Realm“ mache ich mir große Sorgen, wo ich hier überhaupt beginnen soll, das ganze Spektrum des Albums lässt sich so oder so nicht erfassen. Mit Bravour vereinen die Viernheimer so ziemlich jeden Stil den der Metal zu bieten hat, sei es nun Power, Death, oder gar Black Metal – überall zeigen sich die ach so gegensätzlichen Facetten dieser Genres vereint in einer Harmonie, die ihres Gleichen sucht. Hoch meldoisch zieht sich ein Song nach dem nächsten die unmöglichsten Windungen entlang, als wäre es nur allzu normal, wenn Heavy und Power Metal mit Death Metal u.ä. verschmelzen. Dabei wirkt hier absolut gar nichts in irgendeiner Weise steril, wie man es leider sehr oft bei manchen Prog Bands begutachten kann – hier steckt nur grandioser Spielwitz hinter und, obwohl Stefan selbst überhaupt keine Noten lesen kann, ein großes Werk an Kompositionskunst. Immer wieder schwirrt ein Ohrwurm heran, der teils von herrlichen Vocals, seien sie von Männlein oder Weiblein, herbeigetragen wird, teils aber auch von hoch orchestralen Keyboard Sounds, die sich geschickt mit den Gitarren paaren. Obwohl jedes Riff von einer sehr einprägsamen Melodie getragen wird, schaffen es TimeMage trotzdem eine düstere Stimmung aufzubauen. Man möge bedenken, dass diese Stimmung gleich dem heimischen Wohnzimmer entstammt, denn genau hier liegt wieder einmal die Prodtuktionsstätte Stefan Schenkels.

Viel mehr bleibt da als Fazit auch nicht zu ziehen, als dass man sagen muss: dieses Album hat die Messlatte, die das Debüt gelegt hatte, deutlich erreicht. Progressive Metal der Heavy, Power, Gothic, Death und Black Metal herrlich vereint und selbst die größten Gegensätze zum verschmelzen bringt. Ein Wunder gibt es trotzdem noch, wofür man den Mastermind nur bewundern kann: dieses Album gibt es für gerade einmal 5 Euro bei der Band zu kaufen und liegt damit deutlich unter allen Preisen, die man sonst von einem Mailorder o.ä. gewohnt ist!

Glatte 9 Punkte! 

 

Powermetal

TIMEMAGE gehen auf „Nightmares“ sehr ambitioniert zu Werke, übertreiben es dabei aber auch mal ein wenig. Wobei die Wahl des Plurals nicht ganz korrekt ist, da die „Band“ eigentlich nur aus Keyboarder/Sänger/Songschreiber Stefan Schenkel besteht, der darüber hinaus auch noch für alle Texte und die Produktion verantwortlich zeichnet. Lediglich für die Gitarrenspuren und diverse Gast-Vocals hat er ein paar Freunde in sein Wohnzimmer-Studio gelotst. Dieser Drang nach Unabhängigkeit und Kontrolle nötigt einerseits Respekt ab, vor allem wenn man bedenkt, dass der Mastermind keinen (!) Plattendeal anstrebt, um auch weiterhin autonom agieren zu können; andererseits würde ich mir teilweise doch etwas mehr Input von außen wünschen (echte Drums statt Computertuckern, ausgewogenerer Mix (die Gitarren sind viel zu leise und teilweise völlig unter den Tastensounds begraben), Entsorgung einiger zu plakativer Keyboardteppiche).

Wie man unschwer erkennen kann, haben diese (kleineren) Kritikpunkte allerdings nichts mit den Kompositionen an sich zu tun, die durchgehend überzeugen können. Man verbindet auf gekonnte Weise Prog mit Power Metal und überzieht das Ganze mit einer leichten Düster-Glasur. Das Ergebnis klingt trotz des großzügigen Einsatzes des Klimperkastens niemals nach „Märchenstunde im Kindergarten Ober-Erkenschwick“, was neben den vereinzelt auftauchenden Growls auch von dem in mittleren Lagen angesiedelten Gesang Stefan Schenkels verhindert wird. Zudem glücken dem TIMEMAGE-Chef sehr gute Refrains, wie im treibenden ‚Utopian Wilderness‘, dem düster-subtilen Groover ‚Nights Of Inguma‘, der Hymne ‚Born To Be‘ und ‚Succubus‘ (bester Song der Platte!). Bei ein paar Tracks (‚Follow The Rats‘ und das thrashige ‚Social Disorder‘) verläuft sich der Vordenker allerdings etwas im Schaum-vorm-Mund-Land. Es wird durchaus deutlich, dass die aggressive Ausrichtung den kritischeren Lyrics Nachdruck verleihen soll, aber sie wirkt etwas aufgesetzt. Und wenn sich Stefan Schenkel an Geschrei versucht, klingt das Ergebnis nicht hundertprozentig überzeugend.

Nichtsdestotrotz hebt sich „Nightmares“ von vielen Standard-Releases ab, die zwar mit Plattenfirmenunterstützung eine bessere Produktion aufweisen, aber nicht unbedingt die besseren Songs am Start haben. Kann man antesten.

Anspieltipps: Succubus, Utopian Wilderness, Nights Of Inguma

Oliver Schneider [25.06.2006]

 

Metallhammer.Netverse.Info

Review Kithara:
Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich sehr dicht beieinander. Das kann seine guten Seiten haben, aber auch seine Schlechten. Vielleicht sind TimeMage 100 Jahre ihrer Zeit voraus, wer weiß? Die Idee hinter der Mucke ist echt gut (Musikstile sämtlicher Epochen vereinigt mit Metal), allerdings für meinen Geschmack schlecht umgesetzt, denn die Songs hören sich so an, als ob 1000 Ideen in 13 Songs gepresst wurden. Manchesmal ist weniger mehr…ach ja: zu lange Solis (z.B. das Keyboardsoli) ermüden den Hörer und nehmen den Spaß an der Mucke. Die Sängerin sollte unbedingt üben den Ton zu halten, und der Drumcomputer ist so was von grauenvoll. Kathegorie: einmal hören reicht! (Aber vielleicht bin ich ja auch noch nicht soweit, wer weiß?) Eine Schlafzimmerproduktion reicht echt nicht aus.

Review Lawdy:
Zu TimeMage wäre zu sagen, dass wie ein altes Sprichwort schon sagt: zu viele Köche/Einflüsse verderben den Brei/die Musik. Das ist hier ganz klar der Fall. Zu viele Einflüsse in zu wenig Songs gepresst. Das geht selbst einem Musiker auf die Eier. Selbst das sehr aufwendig gestaltete Booklet bzw. Cover reißt das nicht mehr raus. Da lobe ich mir doch den Studiodruck, denn da fehlt einem die Zeit, alle Einflüsse, die einem im Kopf rumschwirren in einen Song pressen zu wollen. Der Gesang ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich glaube wenn die Band weniger Einflüsse in die Songs reininterpretieren würde, dass es vom Songwriting her sehr interessant sein könnte. Gute Ansätze sind vorhanden. Denn wie sagte Kithara schon: weniger ist oftmals mehr. Sicherlich wird es aber auch dafür einen Markt geben.

 

Metal Inside

Bereits mit dem exzellenten Vorgängerwerk „Shadow Realm“ hat TIMEMAGE Mastermind Stefan Schenkel ein richtiges Hammerwerk abgeliefert, gehörte so zum mit Abstand besten Underdog, den ich im Jahre 2005 besprechen durfte und hat nachhaltig anhaltende positive Erinnerungen hinterlassen. Der Status hat sich bisher auch nicht geändert, derzeit immer noch ungesignt, trotz zahlloser Lobhudeleien fast sämtlicher Kritiker ist der gute Stefan standhaft geblieben und hat alle Angebote von meist kleineren Labels gnadenlos abgelehnt. Er bleibt streng bei seiner idealistischen Einstellung, möchte seine künstlerische Freiheiten nicht verlieren und will schlichtweg sein eigener Herr bleiben. Fußballerisch gesprochen zieht er dabei mit seinen Mitstreitern, aber nur was die Vermarktung betrifft, lieber das Amateur sein vor statt eventuell in die Bundesliga zu wechseln – produktionstechnisch gesprochen, dass heimische Wohnzimmerstudio als kreative Zelle wird stärker geschätzt als professionelle Bedingungen. Dadurch bewahren sich TimeMage natürlich voll ihre eigene Identität sowie gleichermaßen Authentizität, die diese vielfältige Musik nachhaltig ausmacht und haben so auch den meisten Spaß an einer reinen Hobbybetätigung.
Wirklich sämtliche Ausprägungen von Metal finden auf diesem Album wie selbstverständlich zusammen egal ob Gothic, Black, Thrash, Death, Power Metal – nahezu alle Stilarten gibt es hier ohne jeden Reibungsverlust und stimmig zu hören – „Nightmares“ ist sogar noch eine Ecke düsterer oder aggressiver geworden als der Vorgänger. Ein deutlich erhöhte Grollaufkommen, gefällt mir persönlich jetzt zwar nicht so dolle, spricht ebenfalls dafür aber was soll’s, es gibt ja auch noch die cleanen Vocals mit gelungenen Chor sowie Wechseleinsätzen. Über allem steht schon irgendwie der Begriff des Prog Metala aber quasi nur rein als Überschrift, ansonsten fassen läßt sich diese mannigfaltige Musik niemals und auf eine Schubladeneingruppierung beschränken schon garnicht. Hier muß man sich als toleranter Hörer schon auf die Musik einlassen, denn diese Band kennt keine noch so vermeintliche Grenze, alles wird gekonnt miteinander zu einem Ganzen verwoben. Und dann kommen sie wieder, teilweise auf verschlungen Pfaden, diese klasse Melodien egal ob über die Vocals oder auch von den Instrumenten übernommen, wobei insbesondere die hervorragenden Klavier sowie Keyboardpassagen wie z.B. beim Into oder dem Instrumental „Fading Away“ diesmal besonders gelungen sind. Apropos Gesang, leider kommt (mir) Sängerin Anne doch etwas zu selten vor, sie hat eine schöne, klare Stimme und setzt durchaus Kontrastpunkte zum eher etwas eindimensionalen Gesang von Tobias, sicher kein schlechter Mann aber eine etwas stärker volumiger sowie variablere Stimme würde noch mehr Abwechslung bringen anstelle des überpräsenten dunklen Geschreis aber das hatten wir schon. TIMEMAGE sind immer dann ganz stark, wenn symphonische Versatzstücke gepaart mit klassisch geprägten Parts zusammen kommen wie u.a. bei dem grandiosen „Save us“. Weitere Höhepunkte sind das Gothic mit leichten EBM Klangfärbung geprägte „Utopia Wilderness“, das straighte „Born To Be “ und der Epic Kracher „Oceans On Fire“. Der Sound geht o.k. mit leichten Abstrichen, es fehlt mir halt noch ein richtig organischer Schlagzeuger, das Programming ist zwar nicht schlecht aber doch etwas drucklos-steril aber bei diesem absoluten Lowbudget Unternehmen wiederum verzeihbar. Der Hammer ist natürlich wieder der absolut lächerliche 5€ Preis für diese außergewöhnliche CD (soll demnächst sogar über Amazon vertrieben werden!), da muß man einfach zuschlagen und TIMEMAGE unterstützen. „Nightmares“ ist insgesamt vielleicht nicht ganz so stark wie das Debüt geworden (mit „Nights Of Insums“ ist sogar ein recht belangloser Track dabei) aber der Rest ist immer noch dermaßen stark (inklusive verbessertem Artwork), dass man nur ungläubig den Kopf schütteln kann, hier „nur“ einen Underdog vor sich zu haben – Kaufen! ( maio )

 

Strutter Magazine (Holland)

The German band TIMEMAGE returns with a new CD titled ‘Nightmares‘, which musically is a mixture of various styles, because it is situated somewhere between Gothic, Power, Doom and Progressive Metal, with also elements from Medieval music, Symphonic bombastic keyboards and some slight Death Metal (the male growling here and there, also Thrash Metal type of singing he does, but also melodic singing is possible such as in the catchy “Duality of mind”). It reminds me a bit of THERION, another very unique band, but then again we will have to add that TIMEAGE is of course an independent band, so the production is not high class (drumsound is a bit thick). However, in general speaking, the band has come up with a good strong album that will definitely appeal to open-minded Metalfans of the THERION, AYREON, STAR ONE kind. Check out more info on their new CD ‘Nightmares‘ and TIMEAGE at:http://www.timemage.de and e-mail at: stefan@timemage.de

Points 8.0 out of 10

 

Metalspheres

Stefan Schenkel, Sänger, Mastermind etc., beglückt uns einmal mehr mit einem neuen Album seines Projektes TimeMage. Ehrlich gesagt ist mir kein idealistischerer Musiker bekannt. Manche würden vielleicht sagen, dass es schon ins Dämliche abgleitet, wenn man so besessen seinen eigenen Weg geht. Ich jedoch finde es einfach nur bewundernswert. Um sich seine 100%ige künstlerische Freiheit zu bewahren, hat er jede Labelofferte ausgeschlagen und produziert auch sein x-tes Album im heimischen Wohnzimmerstudio. Des Weiteren bietet er seine Alben zum Selbstkostenpreis von 5 Euronen über seine Homepage an. Respekt!!

Die Musik ist unheimlich vielschichtig und lässt sich schwer in eine bestimmte Schublade stecken. Von Power Metal („Duality of Mind“) über sanften Frauengesang („Save Us“), elektronische Gothic Sounds („Utopian Wilderness“), Deathige Vocals in „Nights of Insuma“, Heavy Rock bei „Born to Be“ etc. wird alles zu einem sehr eigenständigem Sound verwoben, bei dem auch jazzige Klavierpassagen oder Nu-Metal Shouts nicht stören. Faszinierend, wie TimeMage zwischen den Stilen springen, ohne dass es zu wirr oder seltsam wird. Waltari haben es auf ähnliche Weise verstanden die unterschiedlichste Musik unter einen Hut zu bringen wenngleich mit gänzlich anderen Versatzstücken. A propos Sound: Man hört zwar, dass hier keine 100.000 Euro im Studio verpulvert wurden, aber gedenk der vorhandenen Mittel tönt das Ganze mehr als ordentlich. Da wurde schon mit mehr Geld viel Schlechteres fabriziert.

Wer also die Schnauze voll hat vom ewig Gleichen, der sollte hier mal ein Ohr reinhängen. Erstens kann man bei dem Preis nicht viel falsch machen, und zweitens erwartet den Hörer eine musikalische Trekkingtour, in deren Verlauf es viel zu entdecken und bestaunen gibt. Seid doch mal mutig!!!

 

Nocturnal Hall

Bei TIMEMAGE scheint es sich, dem Text des Infos nach zu urteilen, um eine Art Soloprojekt mit Anhang zu handeln. Auf jeden vermittelt man den Eindruck einer munteren Schar von Individualisten, die Bandgründer Stefan Schenkel um sich herum versammelt hat, um im (bandeigenen?) Schlafzimmer seine musikalischen Visionen umzusetzen. Und irgendwie hatte ich beim Lesen den Eindruck, als ob man schon von vorneherein davon ausgeht, dass das Ergebnis nur wenigen Leuten gefallen wird, man damit aber ganz gut leben kann. Dagegen sprechen natürlich die durchaus mit Geschick gewählten Ausführungen im Info und die Mühe, die sichtbar in der Gestaltung der CD (professionelles Layout, fettes Booklet) steckt.
Trotzdem: so ähnlich ist es dann ehrlich gesagt auch mir ergangen. Das Grundgerüst von Nightmares bildet aus meiner Sicht eine Melange aus Gothic und Power Metal mit einer ganzen Anzahl progressiver Versatzstücke, so dass man letztendlich von Klassik über Jazz bis hin zu derben Death Metal mit allem rechnen sollte. Expect the unexpected quasi… Das funktioniert am Anfang der CD bei Tracks wie dem mich irgendwie an Die Krupps erinnernde Duality Of Minds , dem Klavier-lastigen Utopian Wilderness oder dem harten Nights Of Inguma noch ganz gut, so ca. ab der Mitte der CD und dann bis zum Ende hin mehreren sich jedoch zumindest bei mir die Momente, wo ich aufgrund des Gebotenen einfach weiterskippen muss. Da ist z.B. der zu dudeligen Mittelteil des an sich guten Born To Be , während z.B. bei Oceans On Fire die schwülstigen Klassik-Arrangements einfach nicht so recht funktionieren wollen. Spätestens ab dem achten Track When The Last Dream Dies kann ich mir auch den vor allem im cleanen Bereich einfach zu schlecht intonierten männlichen Gesang nicht mehr anhören, der hier wirklich eine ganze Menge kaputt macht. Die Produktion ist auf Demo-Niveau angesiedelt, nichts besonderes, aber es wird ausreichend Druck erzeugt und man hört alles raus. Was will man da mehr?
Insgesamt also ein durchwachsenes Werk einer mit an sich erfreulich wenig Scheuklappen belasteten Band, die man für ihren Enthusiasmus bewundern, deren vorliegenden Output man nichtsdestotrotz kritisch beurteilen muss. Nach einigem Ringen habe ich mich dann mit mir selber auf 6,5 Punkten geeinigt. Hörer mit ’ner fetten Prog-Brille (und entsprechend integrierten Hörgeräten) würden da allerdings vermutlich noch etwas höher greifen wollen… Für schlappe 5,- € steht es aber jedem selber frei, sich ein Urteil zu bilden.

 

++++Metalius+++

Wenn man sich das Bandinfo zu Gemüte führt, merkt man schnell, dass Keyboarder und Bandleader Stefan Schenkel mit viel Herzblut, Enthusiasmus und auch Idealismus bei der Sache ist. So ist es etwa sehr beachtenswert, dass er in der Vergangenheit Offerten diverser Labels ausschlug, um künstlerisch unabhängig zu bleiben und den Spaß am Musizieren nicht zu verlieren. Das Vorstellen der mannigfaltigen Einflüsse der Truppe (in alphabetischer Reihenfolge) kommt dann aber doch etwas aufdringlich rüber – so nach dem Motto „Guckt mal, was wir für einen umfassenden Musikgeschmack haben!“

Dabei hört man „Nightmares“ überdeutlich an, dass hier Inspirationen aus den verschiedensten Genres verbraten wurden, so dass die Scheibe gar nicht mal so einfach zu kategorisieren ist. Es gibt hier jedenfalls Elemente aus Gothic, Prog, Thrash, Melodic und sogar Death Metal zu beklatschen. Dass man bei einer derart weit gefächerten Mixtur nicht alle Songs gleich klasse findet, ist fast logisch. Im Gegensatz zum arg kitschigen „Save Us“ und den etwas aufgesetzt aggro klingenden „Nights Of Inguma“ und „Follow The Rats“ gefallen mir zum Beispiel das ein wenig an Gamma Ray erinnernde „Utopian Wilderness“, das echte geile Power-Prog-Teil „Born To Be“ und der zwar auch kitschige, aber trotzdem coole Rausschmeißer „Believe“ sehr gut. Auch das vom Piano dominierte Instrumental „Fading Away“ entpuppt sich als einer der Höhepunkte des Scheibchens.

Da Schenkel und Co. „Nightmares“ beim Chef zu Hause (im Schlafzimmer!) in bester DIY-Tradition aufgenommen haben, soll der natürlich nicht konkurrenzfähige Sound hier gar nicht kritisiert werden (obwohl die Keyboards manchmal doch ein wenig zu sehr im Vordergrund stehen…aber lassen wir das). In Sachen Drumprogramming hätte man sich aber ein bisschen mehr Mühe geben können – die Konservensounds nerven schon nach wenigen Sekunden. Auch gesanglich überzeugen Schenkel und Co-Sänger Daniel Ott nicht vollends, weshalb ich mir mehr Einsätze von Anne Bradneck gewünscht hätte, die mit ihren viel zu selten auftauchenden weiblichen Vocals für stimmliche Glanzlichter sorgt.

Trotz aller Mängel seien Underground-Freaks hier aber definitiv aufgerufen, Timemage anzuchecken, da man den mit einem professionell gestalteten zwölfseitigen Booklet ausgestatteten Longplayer für unfassbar faire fünf Euronen direkt bei der Band (surft einfach mal auf www.timemage.de vorbei) ordern kann.

 

Spirit Of Metal (Frankreich)

Voici un excellent album! En effet, outre le design de la pochette, dont on dirait tout droit sorti de l’imagination du guitariste/designer du groupe de Death Melodique suédois Dark Tranquillity, le groupe allemand TimeMage nous a offert là un chef-d’oeuvre de metal ambient qui débute par une douce mélodie d’introduction au piano et une voix féminine angélique (accompagnée d’une voix masculine), rapidement interrompues par le groupe entier et des grunts/hurlements, ce qui illustre parfaitement le titre de l’introduction : „Dreams Became Nightmares“. Le second titre („Save Us“) continue sur cette lancée (voix féminine et grunts) avec une ligne mélodique quelque peu décalée. Le troisième titre, quant à lui, bien que mélodique, laisse place au chant masculin dual. Un petit côté néo-métal ressort nettement, ce qui n’est pas très (trop?) désagréable dans le contexte. Les quatrième et cinquième morceaux présentent une facette indus intéressante du groupe. Sixième morceau de ce costaud ‚Nightmares‘, „Fading Away“ est un interlude instrumental attendu qui nous permet de respirer un moment en compagnie du piano de Stefan. Absolument magnifique!! Puis, la puissance est de retour avec „Born To Be“, „Succubus“, „Ocean On Fire“, „Follow The Rats“, „Social Disorder“ (très proche de l’album ‚Shadows‘ Madame‘ de Cadaveria), qui bottent vraiment le derrière! On en redemande!! Puis, une „ballade“ en „When The Last Dream Dies“ et un deuxième morceau quasi-instrumental („Believe“), qui clôt l’album en beauté et en douceur, sont des calmes parmi la tempête TimeMage qui a sévi pendant environ une bonne heure de métal puissant et imaginatif! Car TimeMage, c’est une musique puissante, originale, ayant énormément de caractère et qui mérite vraiment de percer!! A vous de découvrir le monde envoûtant de TimeMage. C’est, pour moi, LA révélation de cette année 2006 aux côtés de Beautiful Sin!!!

17/20 Points, Mercredi 16 Aout 2006

 

Bloodchamber

Wenn das mal kein Paradebeispiel für Unentschlossenheit ist: Timemage haben auf „Nightmares“ eine Mischung jeglicher Musikstile des Grossraums Gothic verewigt, um sie dem Hörer anschliessend nebst Schlagwort „progressiv“ ins verdutzte Gesicht zu feuern. Um es vorweg zu nehmen: Progressivität meint in diesem Fall mitnichten ungewohnte Arran- gements, sondern vielmehr einen bunten Strauss beliebter Blaupausen des dunkleren Metiers, die nebeneinander existieren und offenbar nur rudimentären Paarungstrieb verspüren.

Da hätten wir mit „Save Us“ und “Nights Of Insuma” zunächst die Vertreter der gern genommenen Beauty and the Beast-Variation, die in den 90ern schon TOT zu Ruhm und Ehre gereichte – leider sind hier weder die Growls, noch der merklich unbalanciert eingesungene weibliche Gegenpart geeignet, so etwas wie Atmosphäre aufkommen zu lassen. Vielmehr ist das Ganze – auch dank des recht pappigen Sounds – arg bemüht, gestellt, unfliessend. Die in allerbester Running-Wild-Manier zusammengereimten Texte darf man insofern als gelungene Ergänzung bezeichnen, ohne den teils engagierten Inhalt dadurch abwerten zu wollen.
Zweite Ingredienz der Scheibe sind Stücke, die mit dem sinfonischen Metier a la Nightwish liebäugeln: Hier heissen sie “Duality Of Mind” und “Born To Be”, sind kompositorisch unspektakulär bis in Ordnung, leiden jedoch erneut am Klang und der (hier männlichen) Gesangsleistung. Warum der Promozettel vermerkt, dass der Sound der Band oftmals für eine “teure” Studioproduktion gehalten wurde, ist mir jedenfalls schleierhaft, denn hier scheppert es saftlos an so ziemlich jeder Ecke, ohne dass sich auch nur annähernd Druck entwickelt.
Am besten klingen da noch die Songs der Kategorie 3 – elektronisch orientierter Darkmetal. “Utopian Wilderness” und auch “Succubus” funktionieren auf ihre simple Art und Weise entsprechend gut, da durch variierte Keyboardsounds eine andere Stimmung aufgebaut wird – allerdings ebenfalls mit reichlich Luft nach oben.
“When The Last Dream Dies” bringt schliesslich guten alten Gothic Rock auf’s Tableau und stellt so etwas wie den Höhepunkt der Scheibe dar – eingängig, knackig und im Rahmen dieses Genres durchaus von über- durchschnittlicher Qualität, rockt man sich durch schlanke Riffs und weiss auch im stimmlichen Bereich zu punkten. Schick.
Die letzte musikalische Nische ist eigentlich gar keine – Gothic Death Punk. Hier wird hemmungslos vom Leder gezogen, mit harten Riffs und tiefen Growls gearbeitet, und am Ende weiss man als Hörer gar nicht mehr, ob das nun die Outtakes sind oder doch ein weiteres Genre, an dem sich die Band versucht. In meinen Ohren schaffen es “Follow The Rats” und “Social Disorder” jedenfalls, den Rest des Albums komplett zu diskreditieren, weil spätestens in diesen Momenten rein gar nichts mehr zusammengeht und das Gesamtwerk wie ein Atom in seine Elemente zerfällt..

TimeMage sollten auf kommenden Veröffentlichungen versuchen, sich entweder mit vollem Herzen an eine Herausforderung zu wagen, oder den ebenfalls greifbaren Schritt hin zu songinterner Vielseitigkeit und Identität zu vollziehen. Solange man jedoch auf einem Album fünf Genres nebeneinander bedient, muss man damit rechnen, an mehr als einer der Messlatten zu scheitern.
Es sind nicht einmal die Defizite im Soundgewand, die der Band auf die Füsse fallen (so etwas kann man im Zweifelfall immer verschmerzen) – momentan gelingt es kompositorisch einfach noch nicht, die sicherlich angestrebte Verschmelzung der Stile zu realisieren, und so reibt sich das Album wieder und wieder zwischen gehobenem Anspruch und formelhafter Realität auf.

Mehr als 4 Punkte sind von mir trotz schöner Gestaltung leider nicht drin.

Ralf Scheidler

 

Metalwave (Italien)

Settimo lavoro per questa band tedesca ancora senza contratto, frutto del mastermind Stefan, che si è occupato del songwriting di tutto il disco, delle tastiere, della drum machine e del programming (anche il basso è midi), oltre che delle voci assieme a Daniel, che si occupa delle parti in growl e Anne, mentre Tobias suona le parti di chitarra. Cominciamo con l’aspetto formale, dicendo innanzitutto che la veste grafica è eccellente ed assolutamente all’altezza di essere esposto nei negozi, mentre la produzione e i suoni lasciano molto a desiderare: la batteria suona tremendamente finta colpa soprattutto di una scelta sbagliata dei suoni e di un volume basso, il basso soffre dello stesso problema, e anche la chitarra non suona troppo bene, totalmente priva di bassi e presenza anche se Tobias infila riff azzeccati, metal e catchy allo stesso tempo, che mi hanno ricordato lo stile dei Nightwish. Le tastiere invece, essendo il disco prodotto dallo stesso Stefan, sono onnipresenti, con dei suoni decenti ma che spesso danno l’impressione di coprire un po’tutto, così come la voce; questo è un difetto su cui si cade facilmente se si suona uno strumento e si produce il disco: si da troppo risalto al proprio operato a discapito del resto. Per quanto riguarda le voci infine, la voce di Stefan non è affatto male, alta e dal timbro piacevole, e quella di Anne convince per l’espressività, ed è un vero peccato che sia stata relegata fondamentalmente a non più di un paio di canzoni. Infine del cantante in growl si poteva benissimo fare a meno, in quanto non aggiunge nulla alle canzoni se addirittura non le rovina. Dal punto di vista tecnico dunque ci troviamo di fronte ad un prodotto piuttosto amatoriale che non giustifica le pretese, ma allo stesso tempo bisogna riconoscere alla band una qualità importante: un gran gusto per gli arrangiamenti. Infatti nei pezzi, che secondo la bio e le mie orecchie non seguono i canoni di alcun genere, saltellando senza soluzione di continuità tra gothic rock, thrash metal, power sinfonico e classic metal-hard rock (senza tuttavia infastidire o spaesare l’ascoltatore), si può notare un gran gusto negli arrangiamenti vocali e di tastiera, capaci di creare linee vocali e ritornelli interessanti, easy e non scontanti allo stesso tempo grazie ad un uso intelligente delle chiavi maggiore-minore e a pezzi snelli e dinamici, come solo l’esperienza accumulata dopo diversi album può insegnare. A questo proposito come non citare l’ispiratissima opener, “Save Us”, vera perla del disco, che mi ha riportato alla mente i momenti più intensi di Alice Cooper periodo “The Last Temptation”, e “Duality of Mind”, „Born to Be“ (memore dei primi Rage) e “When the Last Dream Dies”, due pezzi vincenti a livello di melodie e arrangiamenti che si elevano al di sopra del resto dell’album. Da rivedere invece i momenti più aggressivi, come “Social Disorder” e “Nights of Inguma”, prive di melodie abbastanza interessanti da tener viva l’attenzione e nemmeno della potenza per potersi permettere di farne a meno, insomma concludendo un prodotto che si regge su un equilibrio precario tra molti generi diversi e che di conseguenza spesso mostra il meglio dei vari mondi, ma a volte non riesce a coniugarli bene e ne presenta solo i lati peggiori. Promossi con debito (sull’aspetto tecnico e di produzione, se proprio volete usare una sezione ritmica midi scegliete almeno dei suoni decenti, e soprattutto da rivedere completamente il cantato in growl), in ogni caso dategli un’ascolto, lo meritano.

 

Vampster

Stefan Schenkel trotz auch anno 2006 den Plattenlabels und schleudert mit „Nightmares“ sein bereits siebtes Album auf den Markt. Die Mannheimer Formation bleibt dabei ihrem Credo treu, diejenige Art von Musik zu machen, die sie will. Ohne Rücksicht auf geschmackliche Trends. Dass dabei ein buntes Potpourri aus verschiedensten Einflüssen entstehen kann, zeigte sich bereits beim Vorgänger “ Shadow Realm „. Und auch „Nightmares“ will sich nicht ganz so leicht definieren lassen. Ist es Progressive, Symphonic, Gothic oder Power Metal? Einem wird das schnurz-piep-egal sein: Stefan Schenkel, der das Album einmal mehr in seinem Schlafzimmer produziert hat, ohne aber die grundsätzliche Bestimmung dieses Raums (egal, wie es der werte Leser nun auslegt) stimmungsmäßig ins Album hinein zu tragen.

Generell sind die Kompositionen wie aus einem Guss und vermitteln das Gefühl, dass daran jemand gesessen ist, der seine Musik wirklich liebt. Das stößt zwar nicht immer auf Gegenliebe, aber will gleichzeitig auch nicht verurteilt werden. Musikalisches Herz- und Prunkstück TIMEMAGE s sind unbestritten die Keyboard- und Piano-Elemente, mit denen Mastermind Schenkel packende Atmosphären, berührende Dramatik und jazzig beschwingte Momente auspackt. Etwas stiefmütterlich behandelt wirken hingegen die anderen Instrumente, die als bloße Komparsen mitwirken, um ein Metal-relevantes Bild zu zeichnen. Aber auch der Gesang kann nicht mit der bravourösen Keyboard-Leistung mithalten. Während die männlichen Vocals jegliche Aggressivität vermissen lassen (die cleanen Vocals sind zu hell und wirken mehr gesprochen als gesungen und der Versuch, böse zu growlen, bleibt bloß beim Versuch), sind die weiblichen Vocals, die ohnehin nicht allzu häufig vorkommen, mehr säuselnder Natur als eine stimmkräftige Naturgewalt.

Das klingt jetzt wohl härter, als es eigentlich beabsichtigt wäre. Denn schlecht sind die 13 Tracks auf „Nightmares“ keineswegs. Wie schon gesagt, vor allem die Melodiesicherheit, die Dramatisierungskunst und der universelle Grad der Einsetzbarkeit des Keyboards fordern mir größten Respekt ab. Doch zu mehr reicht es dann doch nicht.

Für faire fünf Euro (zuzüglich Porto) kann man die mit knapp einer Stunde mit Musik befüllte CD auf der Homepage bestellen.

BWLinz

 

Bright Eyes Germany

Review: Sanfte Pianoklänge und mehrstimmiger Elfengesang werden nach 40 Sekunden jäh unterbunden von harten Riffs, Growls und treibenden Drumbeats. Vielversprechend beginnt die fast einstündige Tour de Force mit dem geheimnisvollen Namen TIMEMAGE (mage = altertümliches Englisch für Magier) um den Viernheimer Keyboarder Stefan Schenkel.
Hinter TIMEMAGE verbirgt sich stilistisch weitaus mehr als Gothic Rock, und das war durchaus im Sinne der Erfinder. Zu mannigfaltig sind die Einflüsse, aus denen die Musiker ihre Inspirationen beziehen, ohne dass sie sich bei einer bestimmten Combo über Gebühr bedienen würden. Äußerst elektronisch kommt ,Utopian Wilderness‘ daher, Power Metal zum Headbangen bietet das kurzweilige ,Born To Be‘ und verträumt-instrumentale Keyboardklänge gibt es bei ,Fading Away‘ satt. Melodic meets Prog meets Thrash also. Das Ganze wurde in Eigenregie im heimischen (hier besser: schlafzimmerlichen) Studio aufgenommen, wofür der Sound natürlich nicht „boaaah“, aber doch äußerst ansprechend geworden ist. Eher störend macht sich das Drum-Programming bemerkbar, das streckenweise mehr nach Dose klingt als es dem Metal gut tut. Da fehlt der letztendlich entscheidende Druck einfach. Auch der (in Aussprache und Satzbau zuweilen reichlich teutonische) Gesang reizt nicht alle möglichen Druckregister aus!
. Ein neues (Konzept-)Album mit verändertem Line-up ist schon in der Mache, man darf gespannt sein. Unterm Strich eine Hörempfehlung, die für 5 Euro auf der Bandhomepage www.timemage.de oder rund 20 Euro bei Amazon bestellt werden kann. You choose.

Monika Baus – 9 von 13 Augen

 

Metal Observer

Hmm. Das ist eine interessante kleine Veröffentlichung.

TIMEMAGE gibt es seit zehn Jahren, in dieser Zeit hatten sie 15 Mitglieder und haben sieben in Eigenregie veröffentlichte Alben rausgehauen. Die ganze Zeit über blieb der Keyboarder und gelegentliche Sänger/Drummer Stefan Schenkel das einzige konstante Mitglied, und obwohl das Album drei Monate veröffentlicht wurde, bevor ich das hier schreibe, haben sie bereits Session-Musiker für die nächste Veröffentlichung angeheuert. Echte Workaholics.

Aber was eigentlich bemerkenswert ist, ist die Art, wie die Band zwei verschiedene Stile spielt, Melodic Power und (irgendwie melodischen) Thrash, und selten treffen sich die beiden jemals. Seht euch „When The Last Dream Dies“ an, ein melodischer Rocker mit Touches von SATYRIAN-artiger Klavierarbeit. Vergleicht ihn mit „Duality Of Mind“, welches beträchtlich bösartiger ist…als hätten sie die Keyboards verloren und die Produktion verstärkt, obwohl der Chorus etwas Power-artiger ist. In „Follow The Rats“ bekommt ihr Growls, und ein paar andere Songs klingen wie primitive PANTERA.

Zwar habe ich oben die zwei großen Probleme dieser Veröffentlichung erwähnt, aber jetzt werde ich sie isolieren: Produktion und Songwriting. Erstere könnte meine Wahrnehmung des letzteren vielleicht begünstigen. Die Produktion ist dünn und konzentriert sich stark auf die Keyboards (nicht überraschend, bedenkt man Keyboarder Schenkels Wichtigkeit für die Band), selbst an Stellen, wo sie nicht wirklich angebracht sind („Duality Of Mind“). Bei den Songs an sich kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, fast alles hierauf schon so oft und an so vielen Stellen gehört zu haben, dass es sich nicht lohnt, eine spezifische Band oder einen Song herauszufinden. „Nightmares“ fühlt sich oft wie Greatest Hits/am öftesten wiederholten Nachahmungen in den Power- und Melodic-Thrash-Genres an. Es scheint einfach kein besonderer Grund für mich oder irgendeinen anderen Hörer zu bestehen, sich dieses Album im Gegensatz zu irgendeiner anderen Veröffentlichung in den Genres zu kaufen. (Online 3. Oktober 2006)