Presse Witchcraft

“Witchcraft” Reviews

 

Metal Hammer, Ausgabe 10/07

Zwei Lead-Sängerinnen, die mit ihren circenhaften Stimmen die düsteren Growls von Keyboarder/Frontmann Stefan Schenkel kontrastieren – wer angesichts dieser Konstellation an Therion als musikalischen Inspirationsgeber denkt, liegt garnicht so falsch. Doch im Gegensatz zum holländisch-schwedischen Ensemble propagieren TimeMage einen eher traditioneller ausgerichteten, von orchestralen Nuancen durchsetzten Düster-Metal, der wegen der zumeist hymnischen Auflösung der eingängigen Refrains oft an Grave Digger denken lässt.

 

In Your Face

“Witchcraft” der Mannheimer Band TIMEMAGE soll eine Eigenproduktion sein? Im eigenen Home Studio aufgenommen? Würde ich das Ding nicht ohne jeden Label Hinweis in den Händen halten, es wäre nicht zu glauben. Eine dermassen professionelle Veröffentlichung schaffen viele kleine Labels nicht. Vom Artwork übers SOngwriting bis hin zur Qualität der Musik spielt “Witchcraft” definitiv in der obersten Liga.

Prog-Metal nennen sie das Ganze, schränken jedoch selbst ein das eine Vielzahl von Vorbildern und Einflüssen innerhalb der Band verarbeitet werden. Und so fallen natürlich auch Vergleiche schwer. Aber alleine durch drei verschiedene Vocals, zwei Weibliche und diejenige von Bandkopf Stefan, entsteht eine Athmosphäre die beinahe an Theater erinnert, und das im positivsten aller Sinne. Stellt euch “Avantasia” mit düsterer Stimmung und wirklich harter Musik vor, und ihr habt eine ungefähre Vorstellung. Da das ganze Album keine Schwachstellen aufweist, ist es schwer Anspieltipps heraus zu filtern, aber die auf der Homepage der Band zum Download bereit gestellten “Judicium Dei” und “Goddess of the Moon” sollten genügen um euch einen Eindruck zu verschaffen. Und das Beste kommt noch: Dieses professionelle Werk könnt ihr für fünf Euro direkt bei der Band bestellen, wobei es auf 1.000 Stk limitiert ist. Es müsste allerdingsmit dem Teufel zugehen wenn TIMEMAGE das Ding nicht unter einem Label noch groß herausbringen, soweit sie dies überhaupt wollen.  Ein progressives Highlight, welches von Herzblut und Liebe zur Musik nur so trieft und sich zudem schon beim ersten Hören ins Gehirn frisst. Begeisterung ist hier angebracht!

9/10 Punkten, Sebastian, 26.03.07

 

Blooddawn

Nein, diese Band scheint wirklich nicht auf den großen kommerziellen Erfolg aus zu sein und wenn man in ihrer Bio liest, dass dies Musik von Fans für Fans ist, klingt das zunächst plakativ, aber nach Erfahrung von “Witchcraft” weiß man genau, diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf (3 Euro ins Phrasenschwein). “Witchcraft” ist bereits das sage und schreibe achte Album von TIMEMAGE und alle acht entstanden ohne Hilfe eines Labels, wurden selbst produziert, aufgenommen und arrangiert. Totaler Underground also und ich wage zu behaupten, dass “Witchcraft” das vielleicht beste Demo der letzten Jahre ist!

Auch wenn TIMEMAGE aus mehreren Mitgliedern bestehen und sich als Band verstehen, ist Stefan C. Schenkel der Mastermind dieser Truppe. Er gründete die Band in den 90er Jahren und verarbeitete anfangs noch sehr stark seine Vorliebe für Hörspiele und Fantasy-Konzepte (die ersten vier Alben sind KOMPLETT und GRATIS auf der Bandhomepage zum downloaden verfügbar!!!), die auch aktuell noch im Sound vertreten sind, suchte sich im Laufe der Zeit teilweise Gastmusiker für seine Projekte, wobei auf “Witchcraft” mit Ausnahme von Gitarrist Tobias J. Bradneck die Mann- und Frauschaft wiederum runderneuert wurde. Schenkel tritt übrigens auf “Witchcraft“ als Sänger (Growls und Clean-Gesang), Keyboarder und Drummer auf. TIMEMAGE bezeichnen ihren Stil zwar als Progressive Metal, weil man sich ziemlich vielseitig und wenig festgelegt gibt, aber da 99% aller Metalfans unter progressivem Metal Acts wie DREAM THEATER & Co. verstehen, macht diese Einordnung nur bedingt Sinn, denn mit den New Yorkern haben TIMEMAGE nichts zu tun. Vielmehr setzt die aus dem Mannheimer Raum stammende Band auf eine ziemlich originelle Mischung aus europäischem Power Metal (einige Refrains klingen nach verschollenen 80er-Juwelen von BLIND GUARDIAN), Symphonic Metal (Bombast ohne Pathos, ja das geht tatsächlich) und einer oft düsteren Grundstimmung, für die der Begriff “Gothic” aber zu sehr nach Klischees riechen würde. Interessant ist aber auch der Gitarrensound, der sich mehrheitlich an traditionellen Heavy Metal orientiert und geschickt den Kontrast zu den beiden weiblichen Sängerinnen (die eine ausgezeichnete Leistung abliefern) bildet. Auf “Witchcraft” stimmt im Grunde genommen alles, das Songwriting ist verdammt reif, die Spannungsbögen sind hervorragend gestaltet, an Abwechslung und Dynamik mangelt es sowieso nicht, die spielerischen Fähigkeiten sind nicht nur 1.Liga, sie werden auch offenherzig zur Schau getragen und als ganz speziellen Bonus gibt es eine klasse Produktion, die rau, erdig, schlicht Undergroundig klingt und beweist, wie man bombastisch angehauchten, aufwendigen Metal auch ohne Spuren- und Orchesteroverkill effektvoll inszenieren kann. Bands wie NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION (zu denen es musikalisch durchaus Parallelen gibt) haben ihren letzten Alben mittels Megabudgets und konserviertem Pomp zwar “State of the art”-Produktionen verpasst, dabei aber die wichtigsten Elemente, nämlich Herz und Seele, völlig aus den Augen bzw. Ohren verloren. Wer die ungestüme, ungezwungene Art von “Oceanborn” vergöttert hat, wird “Witchcraft” lieben.

Auch wenn “Witchcraft” durchgängig spitze ist, muss ich einen Song ein bisschen herausstellen: “Judicium Dei”, ein düsterer, aber gleichzeitig erhabener, majestätischer Song mit einem Refrain, für den sich ein Christofer Johnsson (THERION) die Kehle durchschneiden würde. Diesen Kracher könnt ihr euch hiergratis ziehen und wer im Anschluss wie ich die Erleuchtung gefunden hat, möge bitte die Band kontaktieren und diese Perle unabhängiger Tonkunst für, jetzt kommt’s, ganze 8 Euro (inklusive P&V) ordern. Dies ist ein Befehl!

4,5/5 Punkten, Opko, 29.04.07

 

Amboss-Mag

Die Mannheimer um Mastermind Stefan Schenkel bleiben sich auch auf ihrem aktuellen Album treu. Sie leben Musik und sie scheinen eine der letzten Bands zu sein, welche auch den Underground lebt. Über 7 Monate hinweg entstand das Album in den heimischen vier Wänden von Stefan. Bevor wir zur Musik kommen sei noch mal explizit darauf hingewiesen, das es „Witchcraft“ erneut für den lächerlichen Preis von 5 Euro zu kaufen gibt.

Was letztendlich meine Ohren erfreut ist ein kleiner Geniestreich. Ausgeklügelte Arrangements, düsteres Grundgerüst, hymnische Melodielinien, harte Saiten und immer diese gefühlvoll integrierte Atmosphäre. Die Liebe zu klassischen Filmsoundtracks wird in verschiedensten Songs deutlich, dabei agiert man mit einer großen Detailliebe, was auch heißen soll, dass man nicht auf Bombast aus ist, sondern den Stücken ein stimmungsvolles Gesamtbild verleiht. Betörend die leicht traurige Ballade „Goddess of the moon“, welche mit perfekten Gesang glänzt. „Voices from the woods“ zielt mit seiner druckvollen Eleganz dann wieder auf die zwölf. Begeisternd die Mehrstimmigkeit, welche von clean über growl bis zu tieftönend alles abdeckt. Die progressiven Saitenparts im Mittelteil mit dezenten Chorälen schleichen sich gelungen in das Gesamtgefüge. Passend zum Titel wählte man ein theatralisches Intro, welche in das extrem harte und kompromisslose „She’s burning“ übergeht. Konträr dazu wird die erste Strophe lieblich intoniert, bevor das Böse im Refrain zum Konter ausholt. Dieser Refrain erinnert zuweilen an eine Mischung aus Glam und Horror Rock.

Wenn irgendein Labelmanager „Judicium die“ hört, wird er der Band mit Sicherheit einen Plattenvertrag auf Lebenszeit anbieten. Unverbrauchte Stimmen, perfektes Songwriting, gezielt gesetzte Tempiwechsel und eine fast poppige Melodielinie vermengen sich mit handwerklicher Eleganz und einer gehörigen Portion Charme. Dabei bleibt der Song in seiner Grundstruktur eher dunkel. „Lucid Dream“ würde eine gewisse Female Goth Metal Band sicherlich als Single rausbringen. Herrlich eingefügt der sakral angehauchte ruhige Schlusspart. Ein brachiales Gewitter holt hernach den Hörer aus seiner Melancholie. „On the Gallows“ ist wild und roh inszeniert. Wie aus dem nichts findet man dann doch wieder in einen betörenden Refrain, der vielleicht stilistisch einfach konzipiert ist, evtl. dadurch aber erst seine Faszination zieht. Ein erneut großartiges Werk, mein einziger Kritikpunkt hat nichts mit der Musik zu tun, sondern bezieht sich auf’s Cover, welches mir zu kitschig daherkommt.

Wie schon erwähnt, es kostet nur 5 Euro, seinen Ohren mal wieder was gutes zu tun, fernab von einer Musikindustrie, welche sich alle Finger nach dieser Band ablecken würde.
(andreas)

 

Metal Glory

Grundbewertung des Werkes:
einfach Genial!!

Kaufwertung für Euch:
Eine Kaufaufforderung :)!!

So wie jedes Tonstudio seinen ganz charakteristischen Sound hat, so haben auch Stefan Schenkels Home-Recordings seiner Band TimeMage einen ganz typischen und unverkennbaren Klang, der zwar bisweilen etwas trocken und steril klingen mag, aber einfach zu Gesamtbild eines Albums dazugehört. Ebenso wie die konsequente Weigerung sich in eine musikalische Schublade packen zu lassen. Man bedient sich im Prinzip in jedem Genre, vermengt das Ganze zu einem homogenen Klangbild, stattet die Songs mit viel Atmosphäre und einem abermals feinen Gespür für tolle Melodielinien aus und fertig ist der Progressive Metal a la TimeMage. So einfach wie sich das anhört ist es in der Praxis natürlich nicht und so manche Labelband ist daran schon gescheitert. Was Stefan Schenkel als Mastermind hier an Musik komponiert hat, ist zweifelsfrei ganz hohe Kunst. Passen im Groben die teils extremen Stil-Übergänge, so finden sich in jedem Song auch so wunderbar kleine, liebevolle Details, die es nach und nach zu entdecken gibt. Das Album ist insgesamt durch die weiblichen Stimmen, sowohl klassisch als auch normal, dominiert. Grunzen und männlicher Gesang wird zum Nebenschauplatz degradiert. Dadurch wirkt „Witchcraft“ im Vergleich zu den Vorgängern ruhiger und opulenter. An dem ungezügelten Hörspaß und diesen, ich wiederhole mich gerne, unglaublichen Melodien zum Schwelgen ändert das natürlich nichts.
Für ganze 5 Euro gibt es eine Stunde außergewöhnliche Musik, eine professionell abgemischte CD und ein superfettes Booklet. Wer also musikalisch gerne mal Bands mit Weitblick und ohne Schubladenzwang hört: Kontakt mit der Band aufnehmen und sich „Witchcraft“ bestellen.

9.0 Punkte von LEX (am 08.03.2007)

 

Deadfall

Das erste Album – ein Weckruf. Das zweite Album – eine definitive Bestägigung, dass der Weckruf berechtigt war. Und nun soll Schritt drei folgen, der die junge Band endlich als das etablieren soll, was sie eigentlich bereits sind, nämlich die Prog Metal Band aus den deutschen Landen.
Von wem die Rede ist? Diese Frage darf man eigentlich kaum noch stellen, aber ein letztes Mal werd ich sie noch beantworten. TIMEMAGE sind es, die hier so groß hervorgehoben werden und ich darf vorweg nehmen, dass die neue Scheibe Witchcraft wirklich alles hält was man sich nach den beiden Vorgängern versprochen hat.

Nach dem äußerst atmosphärischen Intro geht es dann auch schon los. Mit einer glasklaren Produktion – wie immer direkt aus Mastermind Stefans Wohnzimmer – legen die Damen und Herren mit einem schon beinahe thrashigen She’s Burning ein ordentliches Brett hin.
Der hohe Anteil weiblicher Vocals von gleich zwei, stimmlich äußerst charismatischen, Sängerinnen – mit Namen Sabrina und Eva – der sich über die gesamte Platte zieht, überrascht nur Anfangs ein wenig. Jedoch scheint das ganze Gebilde, das TIMEMAGE hier geformt haben komplett ineinander zu greifen. Die weichen cleanen Vocals scheinen in keinster Weise einen für den Hörer nervigen Kontrast zu den streckenweise ordentlich reinhämmernden Riffings zu bilden, sondern wirken viel eher wie ein äußerst gelungenes Stilmittel, das die Stimmung der Songs nur weitergehend untermalt.

Judicium Dei, für mich der absolute Ohrwurm der Scheibe, folgt auf dem Fuß und ist ebenso energiegeladen wie sein Vorgänger, ragt jedoch durch den Chorus, der sich immer wieder in die Gehörgänge schlingelt, hinaus. Eine Ballade nimmt dann einmal das Tempo voll und ganz heraus. Und genau hier sitzt auch der eigentlich einzige Kritikpunkt, den ich an diesem Album nennen will. Oh nein, nicht doch! Der Song Goddes Of The Moon selbst ist eine wunderschöne und absolut gelungene Ballade. Das, was den Hörer nur leider vollkommen aus den Rhythmus bringt ist die Stelle in der Trackliste. Nach den beiden Power-Songs vom Anfang, hätte man zumindest einen Song dazwischenschalten sollen, der das Tempo zumindest ein wenig senkt. Ich würde hier an Lucid Dreams denken oder vielleicht auch Rise From Your Grave – zwei Songs, die sich eher im Midtempo Bereich bewegen.Nun, hat nicht sollen sein, aber einen riesigen Abzug soll es deswegen sicherlich nicht hageln. Lange habe ich an genau dieser Stelle des Reviews überlegt, welche Songs man eigentlich überhaupt sonst noch herausstellen sollte. Letztendlich bin ich zu dem einfachsten Schluss gekommen und nehme überhaupt keinen, ansonsten würde ich in zwei Seiten immer noch fröhlich weiterschreiben.

So lässt sich schlichtweg zusammenfassen, dass jeder Song neue Seiten bietet und egal wie und wo man es versuchen mag, aber Langeweile lässt sich hier keineswegs entdecken. Ob man nun thrashige, vor Energie nur so strotzende, Songs sucht, oder eher melodiöses Midtempo Stückwerk, vielleicht aber auch balladeske Anwandlungen – dieses Album hat es alles und ich brauche wohl nicht mehr erwähnen, dass absolut jeder Song gelungen ist.

Prog Metal aus Deutschland, wo gibt es sowas noch? Nie hatte sich eine Band wirklich durchsetzen können und löste sich wieder auf und verabschiedete sich nach maximal zwei Alben von der Bildfläche ohne von einem Bekanntheitsgrad reden zu können. Anders TIMEMAGE – sie sind gewachsen, sie sind gereift und sie sind die Hoffnung des deutschen Progs. Leider gibt die Skala keine Kommazahlen her, so kann ich keine 9.5, sondern nur 9 Punkte verteilen. Aber das mehr als gern!

9/10 Punkten DJMorti

 

Sleepless Metalzine

Hier nun endlich mal ein neues Review meinerseits. Es handelt von der brandneuem Scheibe der Mannheimer Band „TimeMage“, welche auf den Namen „Witchcraft“ getauft wurde. Am Rande möchte ich anmerken, dass dieses Review vom Stil her anders sein wird, als meine alten Rezensionen – nicht mehr „Track-by-Track“.

Die Band beschreibt ihren Stil selbst simpel und einfach als eigenständigen „Prog. Metal“, was auch recht treffend ist, wenn man sich die aktuelle Scheibe anhört (sie ist zudem auch die Erste, die ich von dieser Kapelle hören durfte).

Eingeleitet wird die CD – welche sich thematisch unter anderem mit der Hexerei und Hexenverbrennung beschäftigt – von einem atmosphärischen und teils klassisch-anmutenden Stück, dass mit arienhaftem, weiblichen Gesang aufwartet. So ganz weiß man noch nicht, was einen nach diesem geheimnisvollen Intro zu erwarten hat; was recht schnell auffällt ist, dass der weibliche Gesang sich durch das ganze Album zieht und recht dominant ist. Insgesamt ist dieser sehr gut gelungen, denn die Sängerinnen (mehrere waren bei der Aufnahme beteiligt, siehe Homepage) haben sehr kräftige Stimmen. Nach dem Opener kommt ein eher flottes Stück (She’s Burning), welches auch männlichen – teils chorartigen Gesang – beinhaltet. Mit diesem Stück unterstreicht die Band das „Prog.“ in ihrem Metal, denn die musikalische Kost mit den männlichen Gesangseinlagen ist nicht unbedingt leichte Kost.

Insgesamt bewegen sich die Songs häufig zwischen mittlerem und schnellem Tempo (She’s Burning, Voices From The Woods, On The Gallows), dennoch sind auch einige langsamere Tracks vorhanden (Kettle Of Steel, Last Of The Witches).

Die Aufnahmequalität ist sehr gut, klar und die Instrumente sind – ebenso wie sämtlicher Gesang – sehr gut aufeinander abgestimmt. Anzumerken ist auf jeden Fall, dass das vorliegende Album eine absolute Eigenproduktion ist, welche für einen sehr geringen Preis (5 € auf der Homepage der Band) zu beziehen ist. Es ist somit auch klar, dass die Mannheimer Metaller nicht das große Geld scheffeln möchten, wie es leider viele Musikgruppen mit der Zeit tun.

Fazit :
Dafür das ich an sich doch überwiegend Musik der härteren Gangart höre, hat mich diese CD fasziniert. Dennoch ist sie nichts für Schwarzheimer, auch wenn einem ein inverses Pentagramm in der Hülle entgegenprangt. Vergleiche zu anderen Bands lassen sich von meiner Seite aus gar nicht ziehen, da hier wirklich viele unterschiedliche Gesangs- und Spielstile ineinander übergehen. Fans von Melodic-, Gothic- oder traditionellem Metal dürften aber ihre Freude an dieser Scheibe haben. Häufig treffen symphonische, rockige und klassisch anmutende Parts aufeinander, untermalt von engelhaftem Gesang oder unterstützt durch einen kleinen, männlichen Chor. Was ich jedoch anmerken muss sind die männlichen Gesangsteile; sie waren manchmal für meinen subjektiven Geschmack etwas „unpassend“, jedoch stellen sie keinen Makel dar. Während erstmaligem Hören des Albums musste ich mehrmals meine Bewertung nach oben schrauben, da der Gesamteindruck sich immer weiter verbessert hat, was unter anderem auch an dem facettenreichen Gesang und Klang lag. Ein sehr gutes Album für wenig Geld, das mit lokalen sowie nationalen und internationalen Größen mithalten kann.

Gesamtwertung: 9 /10 Punkten (Spitze) Marius

 

Visions-Underground

Schon der Titel „ Witchcraft“ des Demos der Mannheimer Band TimeMage , weckte zusehends mein Interesse an den Klängen der mittlerweile unzählig vielen Musiker und ich wurde, bedingt durch meine Neugier, zu einem lustigen Ratespiel eingeladen welches den Posten des Gesanges betreffen sollte…..
Richtig sympathisch werden mir Musiker beim studieren der Bandinfo, in welcher sie eindeutig verlauten lassen, in keine musikalische Schublade gesteckt werden zu wollen, was auch meinem Wunschdenken entspricht, auch wenn ich es immer wieder tun muss um die Leserschaft zufrieden zu stellen……
Und es ist wirklich nicht einfach, Time Mage irgendeinem Stil zuzuordnen, denn zu facettenreich ist der sehr komplex und gut arrangiert wirkende Stil der Band und sprengt eigentlich alle Vorsätze für die Bewertung eines Demos, da TimeMage meiner Meinung nach schon etwas weiter sind…..
Dennoch möchte ich ganz bewusst nicht von diesen Vorsätzen abschweifen, um auch weiter im Interesse der Musiker zu handeln und um eine gerechte Bewertung auszusprechen, ist logisch.

Der Opener „Into The Fire“ wird dem Titel mehr als gerecht, er versetzt den Zuhörer zurück in die Zeit, als Hexen noch dem Feuer zum Opfer fielen und wartet obendrein noch mit einem fetten Sound auf, aus dem man die Künste eines jeden einzelnen Musikers sehr gut erkennen kann und dafür gebührt ebenso dem Produzenten der Scheibe die entsprechende Anerkennung, aber dieser ist sowieso in Reihen der Band zu suchen, da „Witchcraft“ in Eigenregie aufgenommen wurde :-) Die Gesangslinien sind das prägende Merkmal in der Songstruktur von Time Mage . Die Musiker verstehen es sehr gekonnt, aggressive Growls mit wunderbaren weiblichen Stimmen in Einklang zu bringen und machen somit den Gesang einzigartig. Für die weiblichen Stimmen zeichnen sich 2 Damen verantwortlich, die der Grund für meine Neugierde waren, da ich als „Perfektionist“ die Gesänge gerne zugeordnet hätte… Und so gab ich „Witchcraft“ mehr Durchläufe als üblich und habe wirklich würfeln müssen, um mich dann letztendlich zu entscheiden…. :-)

„Witchcraft“ ist jedenfalls ein sehr gutes Album geworden, was viele Anhänger finden dürfte und die Tür zum Deal für Time Mage ganz ganz weit aufstößt !!
Als besonderen Anspieltipp möchte ich „Goddess Of The Moon“ hervorheben, dieser Song versprüht geradezu eine düstere und bedrohliche Atmosphäre und ist somit mein Favorit auf „Witchcraft“. Die beiden wunderbaren Stimmen der Sängerinnen Eva & Sabrina kommen in diesen Stück besonders gut zur Geltung !!
Gute, sympathische Band mit Potenzial aus dem Underground auszubrechen… mit Time Mage wird in den nächsten Jahren zu rechnen sein !!

9/10 Punkte, Hanzi/V.U.

 

My Revelation

Was soll man sagen? Es ist nicht lange her, dass Stefan Schenkel mit dem Full-Lenght-Album “Nightmares” den metallischen Underground veredelte und gerade mal sieben Monate später liegt mir bereits eine neue TIMEMAGE Platte vor. Wie macht der Kerl das? Vor Allem klingt “Witchcraft” gereifter, als man es sich, angesichts der kurzen Entstehungszeit, hätte überhaupt vorstellen können. Musikalisch ist man seinem Wege weitgehend treu geblieben und frönt dem düster symphonischen und melodischen Metal, der durch prächtige und vielschichtige Keyboardarrangements glänzt. Detailverliebtes und genreübergreifendes Songwriting, bei dem nichts dem Zufall überlassen zu werden scheint, prägen “Witchcraft” bis aufs Äußerste. Thrash, Death, Power Metal und Gothic werden erneut zu einem Sound verwoben, welcher der Combo mittlerweile einen eigenen, gesicherten Platz zwischen jenen “Stühlen” zusichern dürfte. Produktionstechnisch hat Stefan ebenfalls eine gehörige Schippe nachgelegt. Die Gitarren klingen differenzierter und breiter als auf “Nightmares” und der Klang des Drumcomupters konnte, wenn auch mit Abstirchen, ebenfalls verbessert werden. Im Bereich der Vocals leisten Neumitglieder Eva Beck und Sabrina Kraus ausgezeichnete Arbeit (Anspieltipp hier: “Goddess Of The Moon” – mit Gänsehautgarantie!), womit sie den TIMEMAGE-Sound auf ein völlig neues Niveau hieven. Das Songwriting würde man grundsätzlich als routinierter, somit stimmiger, beschreiben. In kompositorischer Hinsicht gelingt es auf “Witchcraft”, besser als je zuvor und trotz der vielfältigen Einflüsse, den roten Faden gut im Auge zu behalten und innerhalb des selbst auferlegten, konzeptionellen Rahmens ein rundes Stück Metal zu kreieren.
Hier sind reine Enthusiasten am Werke, das merkt man der Platte an. Soviel Einsatz sollte auch weiterhin gewürdigt werden, indem ich euch Metalheads da draußen animieren darf auf der Homepage vorbei zu schauen und “Witchcraft” für schlappe 5 Lenzen zu ergattern.

Marek Schoppa, 10/15 Punkten

 

Autona-Mag

In einem King Diamond-Cover (1st EP, The Eye) verpackt, widmen sich TimeMage in ihrem neuen Album einem düsteren Kapitel aus dem tiefsten Mittelalter … der Hexenverfolgung. Insgesamt kann man den Stil irgendwo zwischen Gothic und Progressive Metal einordnen. Nach einem Intro legen die Sechs mit “She’s burning” gleich powervoll wie Children of Bodom los. Hohe weibliche Lyrics gepaart mit einem bösen männlichen Gesang deuten auf ein typisches Gothic-Schema hin, doch Stephan, Sabrina und Eva zeigen im weiteren Verlauf des Albums, dass sie noch mehr zu bieten haben und offenbaren Vielseitigkeit. Bei “Judicium Dei” kombinieren TimeMage düstere Atmosphären mit harmonischen Hooklines. Hervorzuheben ist in diesem Song das grandiose Gitarrensolo. Beim nächsten Track “Goddess of the moon” zeigt sich die Band von der romantischen Seite, bevor es bei “Voices from the woods” erneut zur Sache geht. Insgesamt spielen TimeMage sehr akzentuiert, insbesondere die Drums. Die Kompositionen sind ausgereift und es steckt bei den Arrangements viel Liebe und Arbeit im Detail. Fans von Nightwish und Co. sollten bei “Lucid Dreams” und “Demonical Possession” auf ihre Kosten kommen. Nach einer weiteren ruhigen Einlage namens “Kettle of steel” folgt mit “The summoning” ein Instrumentaltrack, bei dem die Instrumentalisten ihr Können und ihre klassische Musikausbildung – allen voran das Keyboard – einmal mehr unter Beweis stellen können, ohne dabei in einem sinnlosen Gepose abzudriften. Der Sound ist nicht transparent, wie es in diesem Genre meist üblich ist, doch genau dieser Sound unterstützt den unverwechselbaren Charakter der Musik. Bei “Rise from the grave” erreichen TimeMage ein gelungenes Wechselspiel zwischen Harmonien und düsteren Tönen. Nach mehrmaligem Hören stellte sich mir die Frage, warum die Band eigentlich keinen Plattenvertrag hat … aber vielleicht ermöglicht diese Unabhängigkeit der Band, ihren eigentümlichen Stil fernab von kommerziellen Erwartungen auszuleben und umzusetzen. Mit “Witchcraft” ist ihnen auf jeden Fall ein grandiosen Album gelungen. Quasi zum Selbstkostenpreis kann man den Silberling über die Bandhomepage erwerben, was sich wirklich lohnt: www.timemage.de – von meiner Seite satte 4,5 Punkte!

Dennis 4,5/5 Punkten

 

Powermetal

TIMEMAGE ist eine deutsche Band, die noch ohne Plattenfirma sehr idealistisch zu Gange ist. So werden die CDs mehr oder minder zu Selbstkostenpreisen vertrieben und trotzdem wartet die Band fast jedes Jahr immer wieder mit neuen ca. einstündigen Eigenproduktionen auf.
Die ganze Zeit hatte TIMEMAGE eher einen Projektcharakter. Spätestens mit “Witchcraft” scheint man es immer mehr mit einer richtigen Band zu tun zu haben.

Nach Durchblättern des dicken bunten Booklets und Durchhören der CD muss man unweigerlich die ungeheure Arbeit in dieser Produktion anerkennen. Für eine Heimproduktion ist der Sound hervorragend. Allerdings wollen ja gerade Bands mit Eigenproduktionen ein Produkt abliefern, das es mit den restlichen Profiproduktionen im Schrank gut aufnehmen kann. In diesem Fall muss dann die Messlatte um einiges höher gehängt werden. Auch wenn sich TIMEMAGE selbst in diesem Vergleich wacker schlägt, gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Gesanglich bieten TIMEMAGE eine gehörige Bandbreite von Grunzgesang über in den mittleren Lagen liegenden cleanen Männergesang bis zu Frauenstimmen und Chören. Hier kann man zwar keine groben Fehler ausmachen – lediglich leichte Intonatonationssachen an wenigen Stellen – jedoch können mich die Stimmen nicht wirklich ergreifen. Der Grunzgesang ist mir nicht böse und die restlichen Stimmen nicht packend genug. Die Instrumentalfraktion steht grundsätzlich nie so im Kreuzfeuer der Kritik wie der Gesang. Wenn man hier überkritisch wäre, könnte man lediglich an manchen Ecken ein paar Timingsachen ausmachen, aber ich will’s hier mal nicht übertreiben, da das Spielerische im Gesamten einfach überzeugt.

Der Bandchef Stefan Schenkel zeichnet sich verantwortlich für Keyboards, Gesänge und Drums, was ja eigentlich schon die halbe Band ist. Darüber hinaus hat er die Produzentenarbeit, die Texte und vermutlich größtenteils auch die Musik verfasst. Also hat die Hauptarbeit auf seinen Schultern gelastet. Dafür kann man nur Respekt zollen. Er schreibt im Bandinfo, dass er die Musik als progressiv im eigentlichen Wortsinne verstanden wissen will. Soweit würde ich jedoch nicht g e h e n , da mir auf der CD auch nach mehrmaligem Durchhören noch keine außergewöhnlichen Akkordfolgen oder Rhythmen aufgefallen sind, die sich stark abheben von denen anderer Metal-Gruppen. Allerdings ist eine Schublade im Metalbereich für die Musik schon ein bisschen schwer zu finden. Von daher hab ich’s unter der Bezeichnung “Progressiv” gelassen, auch wenn es nicht unbedingt das umgangssprachlich typische Progfutter darstellt. Lassen wir alle Schubladen weg, so bleiben am Schluss zwar nicht außergewöhnliche aber dennoch gute Songs sowie teilweise wirklich tolle Melodien und Riffs stehen. TIMEMAGE haben ein gutes Händchen für einprägsame Refrains wie z. B. in “Judicium Dei” oder “Demonical Posssession”. Ausfälle sind auf der CD auch nicht auszumachen. Es klingt auch trotz der unterschiedlichen Gesänge sehr homogen. Über das Konzept der Platte kann man sich streiten, da TIMEMAGE nicht die erste Metal-Band ist, die sich mit dieser Thematik befasst und ich eigentlich auch keine richtige Geschichte, sondern eher Einzelschicksale mit meist bekanntem Ende in den Texten finde. Wenn ich mir dann noch das gezeichnete zum Konzept passende mittelalterliche Cover mit der brennenden Hexe ansehe und mich auf der Rückseite des Booklets sechs strahlende Gesichter mit leichtem Schülerbandcharme anlächeln, bin ich etwas irritiert. Aber das ist wohl Geschmackssache und spielt keine große Rolle.

Fans von atmosphärischem, mit Keyboard angereichertem und unterschiedlichen Gesängen bestücktem Heavy Metal können sich auf alle Fälle mit dieser Band mal näher befassen. Für 5 EUR für eine CD kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Anspieltipps: Judicium Dei, Goddess Of The Moon, Lucid Dream, Demonical Possession, The Last Of The Witches

Tilmann Ruby

 

Sacred Metal

Hossa, das ging aber schnell! So rein vom Gefühl her war das ungefähr vorgestern, daß mir deren letzte Eigenproduktion “Nightmares” ins Haus geschneit ist. Die können das Studio ja eigentlich nicht lange verlassen haben (und, wenn man bedenkt, daß das “Studio” aus Chefdenker Stefans (v, key, dr.) heimischer Wohnstube besteht, hat das zumindest einer gar nicht). Dafür hat sich bei Timemage einiges getan, denn Besetzungswechsel gab es seitdem wie einst im Mai bei Rock’n'Rolf.

Zunächst tritt die Band mittlerweile mit zwei Gitarristen an, was dem Gesamtsound hörbar guttut und diesem, obgleich der Projektcharakter ob der diversen SängerInnen nicht vollständig abgeschüttelt werden konnte, einen kräftigen Tritt in den Hintern verpaßt hat. Man höre zum Beleg nur den Opener “She’s Burning”, den bisher wohl besten Timemage -Song – da trifft erdiges, kraftvolles Riffing auf das altbekannte theatralische Element, für das sich in erster Linie der vielschichtige Gesang (Beauty-and-the-beast-Wechselspielchen in den Strophen, Grave Digger – oder Blind Guardian -verdächtiger Bombast im Chorus) verantwortlich zeichnet.

Damit dürfte auch klar sein, daß die von der Band selbst gewählte Kategorisierung als Prog Metal eher ins Leere greift, denn frickelverliebte Dream Theater -Jünger sucht man hier vergeblich. Aufgeschlossene Power Metaller hingegen sollten mit dem guten Stück so einiges anfangen können, aufgrund des opernhaften Gesangs von Eva Beck sollte man aber der Nightwish / Therion -Schiene ebenfalls nicht abgeneigt sein. Denn eine schön stimmungsvolle Pomp-Ballade, wie diese mit “Goddess of The Moon” vorträgt, hat man beispielsweise auf “Once” durchaus vermißt.

Dafür sind es anderorts schon mal weniger spektakuläre, spannungsarme Gesangslinien, die prinzipiell prima komponierte Powernummern ein paar Ligen herunterziehen – “Voices From The Woods” oder “Rise From The Grave” hätten mit etwas Finetuning sicher noch ‘ne Ecke stärker ausfallen können. An dieser Stelle fehlt mir auch etwas der auf dem Vorgänger noch mitwirkende Divinus -Fronter Otti, der da für meinen Begriff mehr Akzente setzen konnte – der hauptamtliche Shouter Stefan ist einfach besser, wenn er, wie in dem exzellenten “Judicium Dei” geschehen, seine deathmetallischen Growls auspackt.

Fazit: “Witchcraft” ist ein deutlicher Schritt nach vorne für Timemage und trotz zwei, drei schwächerer Nummern (Jungs und Mädels, bei allem was heilig ist: so ‘nen Trullala-Chorus wie bei “Demonical Possession” lassen wir aber ‘ne einmalige Ausnahme bleiben, gelle?) für die Fans der oben erwähnten Truppen definitiv ‘nen Hör wert. Daher: ab auf http://www.timemage.de/ , wo es das hervorragend aufgemachte (das Cover ist MÄTTEL!) Album für lächerliche 5 Euro abzugreifen gibt.

Ernst Zeisberger

 

BurnYourEars

Das nenne ich mal Idealismus! Im Wohnzimmer sitzen, Musik machen, die Musik anderen präsentieren und das für wenig Geld und ohne Plattenvertrag! So lautet ausdrücklich die Philosophie der Mannheimer Truppe TIMEMAGE! Also, worum geht’s? Man könnte TIMEMAGE als Metal-Projekt von Bandleader Stefan Schenkel bezeichnen, da er schon seit einigen Jahren schwer kreativ vor sich hin werkelt und damit auch schon sage und schreibe 8 (in Worten „acht“) CDs seit 1995 erzeugt hat…und das alles in Eigenregie. Das neue Album bekommt man sogar mit einem aufwändig gestalteten Booklet geliefert. Im Dienste der Musik tut man, was man kann. Der Chef, welcher für Keyboards, Drums und teilweise die Vocals zuständig ist, holte sich dieses Mal als stimmliche Unterstützung die beiden Damen Eva Beck und Sabrina Kraus ins Boot. Mit Thomas am Bass und den beiden Gitarreros Tobias und Philipp ist das Sextett komplett.

Die Einstimmung auf die gemeinsame Hexenverbrennung erfolgt mit „Into The Fire“ im wahrsten Sinne des Wortes. Wie bei dem aktuellen Album von 1349 brutzelt das Höllenfeuer fröhlich vor sich hin, wobei die beiden Bands musikalisch doch recht wenig gemeinsam haben. Die folgenden schönen Gitarrenriffs werden begleitet von stimmlichen Darbietungen jeglicher Art, und das alles schon im zweiten Stück der CD. Von einer hellen Sopran-Stimme über dunkles Shouting bis hin zu einem cleanen Chorus mit mehreren Stimmen reicht das Spektrum und lädt an dieser Stelle fast zum Mitsingen ein. Im weiteren Verlauf wird uns noch eine schön dunkle Alt-Vokalistin präsentiert, wobei der Hang zum Mitsing-Refrain immer deutlicher wird. Dieses Merkmal erscheint einerseits positiv, mag andererseits aber nicht so recht zum Inhalt passen, wenn doch die Hexe gerade verbrennt. Meist geht es auf diesem Album recht groovig zur Sache. Viele Tracks sind im Mid-Tempo gehalten, so dass kein richtig schneller Kracher dabei ist und die Abwechslung in der Geschwindigkeit etwas auf der Strecke bleibt. Öfter mal was neues gibt’s immerhin bei den Melodien, obwohl diese auch nicht hoch-komplex sind, ebenso die Gitarren-Soli. Auch wenn der vorletzte Track „Rise From Your Grave“ anfängt wie das „Phantom der Oper“ oder man eine Annäherung zu NIGHTWISH erkennen könnte, halten die Stücke leider nicht immer, was sie zu Beginn versprechen. Manchmal kommt es einem auch so vor, als ob der Sopran-Flöte noch etwas der Mut beim Singen fehlt, vor allem wenn sie im Vordergrund mit wenig Instrumentation singt.

Auch wenn „Witchcraft“ ein selbstproduziertes Album ist, das nicht den Anspruch der Perfektion erhebt, möchte ich doch noch kurz ein paar Worte zum Sound verlieren. Für die beschriebene „Wohnzimmer-Aufnahme“ klingt das ganze wirklich nicht schlecht. Das Schlagzeug allerdings im besonderen leitet ein bisschen Magenschmerzen ein. Vielleicht klingt die Snare bewusst so blechern, doch die Bassdrum hat keinen Wumms und die Becken sind auch nicht das wahre. Klanglich wäre also vor allem das Getrommel zu verbessern, während der restliche Klang bei solchen Produktions-Bedingungen genehmigt ist.
Wem also metallische Grüße aus Süddeutschland „von Fans für Fans“ – um mal den Chef der Band zu zitieren – gefallen, die recht eingängig melancholische Musik von sich geben, der darf getrost dieses Album für 5 Euro auf der Homepage erwerben, denn soviel Mut und Idealismus gehört irgendwie belohnt.

Manuel

 

Idioglossia

Auf satte acht Veröffentlichungen hat es diese Band aus dem Raum Mannheim seit 1995 gebracht – und das ohne einen einzigen Plattenvertrag in der Tasche. Dahinter muß eine Menge Enthusiasmus und Idealismus stecken – auch vor dem Hintergrund, daß man „Witchcraft“ für schlappe fünf Euro auf der Bandhomepage ordern kann. Aufgenommen wurde das neue Werk im gemütlichen Heimstudio. Matschiger Garagensound muß aber nicht erwartet werden: Klangtechnisch bewegt man sich zwar noch nicht am Optimum, aber die Töne dringen angenehm klar und differenziert aus den Boxen, das Schlagzeug klingt roh, aber nicht zu krachig.

Im Pressetext bezeichnet das Sextett seinen Stil als Progressive Metal, was nicht wirklich nachvollziehbar ist, aber zeigt, wie leicht sich viele Schreiberlinge von Promo Infos beeinflussen lassen und Genrebezeichnungen einfach übernehmen. Prog wird heute üblicherweise auf zwei verschiedene Weisen definiert: Einmal auf die naive Art (kompliziert, vertrackt, spieltechnisch anspruchsvoll muss es sein) und einmal auf den ursprünglichen Wortsinn zurückgeführt (fortschrittlich also, bisher unbekannte musikalische Wege beschreitend). TIMEMAGE beherrschen zwar ihre Instrumente, bedienen sich aber zumeist eher einfacher Rhythmen und oft gehörter Riff- und Soloüblichkeiten (Definition 1 trifft also nicht zu) – die Vermischung von Heavy Metal mit Gothic Stimmungen und Akustik-Balladen ist ein viel bemühtes Rezept diverser Metal Kapellen und kann deswegen auch nicht als progressiv im Wortsinn bezeichnet werden (Definiton Numero 2 fällt also auch weg).

Genug doziert, wie klingt „Witchcraft“? Klassische Metal Riffs, teils ein wenig thrashig, treffen auf männliche Grunzeinlagen und zwei weibliche Singstimmen der Marke „gutklassig, aber wenig Wiedererkennungswert“, hoch eingängige Chor-Hooks, die für sakrale Stimmung sorgen, und ein paar Ausflüge in soundtrackhafte Instrumentierungen inklusive (synthetischer?) Spinettläufe sorgen für Abwechslung. Die Songs sind allesamt liebevoll ausgearbeitet und können vor allem im Verlauf der ersten Albumhälfte ein paar echte Ohrwürmer bieten. Das alles ist gut hörbar, man spürt den Enthusiasmus der Musiker, doch treten bei einer Laufzeit von beinahe 60 Minuten leider einige Ermüdungserscheinungen auf, weil ein paar wirklich großartige Momente fehlen, Highlights quasi, an denen man sich entlanghangeln kann.

FAZIT: Mit viel Herzblut und Können eingetütete Eigenproduktion irgendwo zwischen Heavy Metal und kitscharmem Gothic angesiedelt. Alle Unterstützer des Undergrounds können das Album für fünf Euro direkt bei der Band erstehen.

9/15 Punkten, Nils Herzog

 

Sleaze Metal

TimeMage sind eine junge Band aus Deutschland, welche schon auf drei Veröffentlichungen kann. TimeMage stammen aus Mannheim und spielen progressiven Metal, wie sie selber im Info schreiben. Alles was ansteht macht die Band selber, das muss man ihnen mal lassen.
Als ich das Cover, gemalt von Lutz Schmierbach, sah konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, hier wurde an Klischees nicht gespart.Auch die adretten Bandpics sind ja geradezu knuffig anzusehen. Sorry, die Bilder schauen aus wie von der Vofi-Party.
TimeMage haben 2 Mädels in ihren Reihen und der Gesang wird abwechselnd von Sarbine Klaus und Eva Beck geträllert. Zwischendurch gibt es dann noch tiefe männlichen Growls und Stimmen. Ich rechne der Band hoch an das sie sich selber auf die Hinterbeine setzen und alles allein machen und sich nicht beirren lassen.
Wenn ihr jetzt Bands wie Dark At Dawn, Blind Guardian, Crematory, Theater of Tragedy (die alten Sachen), Moonspell und so fort mögt, dann könnten TimeMage ein Fall für euch sein.
Epische und voll gepackte Metal-Songs mit mächtig Keyboard und Pathos und Schmalz. Dazu bangbare Passagen und viele Breaks.
Rollerspieler-Metal wenn man so will. Ist hier bei uns zwar ein wenig an der falschen Adresse gelandet. Rock´n Rollig wird es hier eher nicht.
Für 5 Euro kann man sich die CD „Witchcraft“ über www.timemage.de bestellen. Fans der angesprochenen Bands können sich dort auch Stücke anhören. Professionell ist die CD auf jeden Fall gemacht, egal ob man nun die Verpackung der CD ansieht oder die Musik hört. Für mich ist es die falsche Baustelle.

 

Tinnitus

Das Cover zu “Witchcraft”, der bereits vierten Eigenproduktion von TIMEMAGE, erinnert mich frappierend an ein Horror – Filmchen aus den legendären “Hammer Studios” oder an alte Groschenromane der Dämonen Killer – Reihe. Das Intro “Into The Fire” und Titel wie “Rise From Your Grave” oder “Demonical Possession” tun dann ihr übriges, um Erinnerungen an so manchen Albtraum meiner Kindheit zu wecken.

Apropos Traum: Musikalisch gelingt es TIMEMAGE fast traumwandlerisch, verschiedene “Metalkomponenten” passgenau zu verzahnen. Leicht progressive Passagen werden geschickt mit düster – atmosphärischen und symphonischen Elementen verbunden. Das Ganze wird dann mit reichlich Power Metal – Breitseiten garniert und obendrauf gibt es noch die abwechslungsreichen Gesangsdarbietungen von Sabrina Kraus, Eva Beck und Stefan Schenkel, der zwar in einigen clean gesungen Momenten etwas dünn klingt aber dafür die aggressiven Parts sehr gut rüberbringt. Die Summe der genannten Aspekte, ergibt ein absolut hörenswertes und abwechslungsreiches Metal Album, bei dem man sich höchstens das Schlagzeug etwas organischer wünscht.

Meine persönlichen Highlights sind der riffbetonte Metal -Kracher “On The Gallows”, mit seinem bombastischen Refrain, das vielschichtige Instrumental “The Summoning” und “Goddess Of The Moon”. Letztgenanntes Stück ist übrigens eine der besten (Gothic) Metal – Balladen, die ich seit ewiger Zeit gehört habe und wenn das Teil von “Nightwish” oder “Within Tempation” wäre, würde ich hier einen Hit prognostizieren.

Fazit: TIMEMAGE ist eine Band, die man als Underground – Fan kennen sollte und “Witchcraft” eine Eigenveröffentlichung, die man für den absolut fairen Preis von 5 Euro (plus Porto), am besten sofort, ordern sollte.

Thomas Droste 8,5 /10

 

Terrorverlag

Also mal Hut ab vor der aus dem Raum Mannheim stammenden Formation TIMEMAGE, die ihr eigenes Ding konsequent seit 1995 durchziehen. Gotisch angehauchter DüsterProgMetal schallt einem entgegen auf dem neuen Werk “Witchcraft”, welches wieder komplett in Eigenregie im heimischen Hausstudio von Bandkopf Stefan Schenkel eingespielt wurde! Und das über einen Zeitraum von gut 7 Monaten, in denen fast täglich an den Songs gewerkelt wurde. 4 neue Mitglieder sind auch an Bord. Äußerst fett ist das Packaging geraten, denn sowohl das Coverartwork, wie auch das komplette Booklet mit etlichen Fotos, allen Texten und feinen Hintergrundartworks sind aller Ehren wert! Da kommen etliche Labelteile nicht im Mindesten mit. Zumal man die einstündige Scheibe für läppische 5 Euronen erwerben kann bei der Band! Man will halt Musik von Fans für Fans machen, löblichlöblich!

Rocken die ersten beiden Songs nach dem Intro noch recht leidlich los in Form von “She’s Burning” und “Judicium Dei” so ertönt mit dem gotischen “Goddess of the Moon” glatt eine kleine Perle! Der Gesang von Sabrina Kraus und Eva Beck ist klasse und liegt nicht neben der Spur (wie sonst häufig bei Undergroundchanteusen)! Klasse Song. Aber auch bei den restlichen Tracks fallen die beiden ausnahmslos positiv auf. Die üblichen Verdächtigen dürfen als Vergleich natürlich wieder nicht fehlen: AFTER FOREVER/ NIGHTWISH/ THEATRE OF TRAGEDY etc., jene Anhängerschaft dürfte “Witchcraft” am ehesten begeistern. Und doch ist der Sound noch vielschichtiger, man kann auch mal CREMATORY oder gar BLIND GUARDIAN (“Lucid Dream”) in die Waagschale werfen. Deren Level erreicht man natürlich nicht, allein soundtechnisch schon nicht, aber in die Richtung geht’s. Das recht harte “On the Gallows” würde ich gern mal mit fetter Studioproduktion hören, da könnte man gar von Hit sprechen! Vor allem der mehrstimmige Chorus ist groß, aber auch sonst ist das Wechselgesangspielchen männlicher clean/ growl & weiblicher Gesang schwer gelungen!

Auch im weiteren Verlauf weis man sich gekonnt in Szene zu setzen und Fans oben genannter Bands (oder ähnlich gelagerter) MÜSSEN zuschlagen! Es ist zwar nicht alles Gold, was ertönt, aber das darf man bei den Vorraussetzungen wohl auch nicht erwarten. Vor allem müsst Ihr zuschlagen, weil das hervorragende Teil ja mal gerade so viel kostet, wie sonst ne Maxi Eurer Faves! Die anderen Alben gibt’s im übrigen für denselben Kumpelkurs. Contact them!

MOSES (28.02.2007)

 

Twilight Magazine

Die Band TimeMage aus dem Mannheimer Raum bezeichnet sich im Info zur neuen CD „Witchcraft“ selbst als Progressive Metal, doch solle man den Begriff nicht dazu verwenden, sie in diese Schublade zu packen. Nun ist es aber nun mal das Kreuz der schreibenden Zunft, Bands in Schubladen zu packen. Ich würde die Truppe einfach als Heavy Metal Band mit progressiven Einflüssen bezeichnen. Musikalisch braucht man professionelle Vergleiche keinesfalls zu scheuen. Die beiden (!) Sängerinnen liefern einen hervorragenden Job ab und auch kompositorisch ist bei TimeMage alles im Lot. Songs wie das ruhige „Goddess Of The Moon“ oder „Lucid Dream“ gehen gut ins Ohr und könnte allen Fans gefallen, die sich in musikalischen Gefilden irgendwo zwischen Savatage, Nightwish oder Liv Kristine (ob des weiblichen Gesangs) wohl fühlen. Die Produktion fällt leider etwas dünn aus, was aber bei einer Eigenproduktion aber ein grundsätzlich vernachlässigbarer Punkt ist. Umso schöner und professioneller sind dafür Cover, Booklet und Aufmachung ausgefallen. Da es die Platte dann auch für nur 5 Euronen auf der Homepage der Band zu bestellen gibt, haben wir es hier mit einer absolut runden Sache zu tun.

Eric Ossowski

 

Metal District

Die Mannheimer bestehen bereits seit 1994 und waren bislang wirklich sehr aktiv. Die Band begann mit gleich vier Demos, ehe das erste Full-Length-Album „Bargain With The Devil“ erschien. ”Witchcraft” ist bereits das vierte vollständige Album.

Im Line-Up hat sich jede Menge getan, so tauschte man gleich vier Leute aus! Zwischen dem letzten Album und der neuen Langrille liegen dabei gerade mal acht Monate, Respekt.

TIME MAGE definieren ihren Stil als Progressive Heavy Metal, doch dem kann ich so nicht zustimmen. Von der Grundausrichtung ist es klassischer Power bzw. Heavy Metal, der für Progressive Metal einfach zu hart ist. Vor allem die Gitarren knallen richtig geil und haben, zusammen mit den wuchtigen, aggressiven Drums, richtig Eier! TIME MAGE sind anders als andere Bands, das sieht man schon an der Bandbesetzung, die mit Eva Beck, Sabrina Kraus und Stefan C. Schenkel gleich drei Sängerinnen/Sänger schon etwas untypisch zusammengesetzt ist. Stefan sorgt dabei erwartungsgemäß für die tieferen Akzente, während sich die Damen den Hauptgesang in den höheren Sphären teilen, wobei die Damen auch tiefer singen können wie bei „Judicium Dei“, wo der Gesang durch die tollen Gesangsmelodien auch symphonisch klingt. Die Gitarrenarbeit ist herausragend, alleine die Soli sind den Kauf der CD schon wert.

TIME MAGE sind alles andere als eingängig, bleiben jedoch immer nachvollziehbar und frickeln sich nicht in einen Selbstdarstellungswahn, wie das bei so manch einer Prog-Band der Fall ist. Die CD transportiert eine unheimlich große Bandbreite, vom Power/Speed Metal-Kracher „She´s Burning“ über das bereits erwähnte, symphonische „Judicium Dei“ über die Ballade „Goddess Of The Moon“ ist hier alles vertreten, selbst ein Instrumental ist in Form des grandiosen „The Summoning“ zu hören. Ebenfalls etwas seichter geht es bei „Lucid Dream“ zu, die opernhafte Stimme bei diesem Track ist eine weitere Komponente, die der Band sehr gut zu Gesicht steht. Was dem Album vielleicht fehlt, sind mehrere härtere Songs wie „She´s Burning“, denn dieser steht auf dem Album doch recht alleine. Zwischendurch gibt es zwar immer mal wieder heavy Elemente wie bei „On The Gallows“ oder „The Summoning“, allerdings würde ich mir davon noch ein wenig mehr wünschen. Ebenso finde ich drei Balladen auf einem Album zuviel des Guten. Das wären dann aber die einzigen Kritikpunkte. Was bleibt, ist eine sehr starke Eigenproduktion, zu der man der Band nur gratulieren kann. Und wenn sie die angesprochenen Punkte ausbessert, wird das nächste Album noch viel stärker!

Für eine Eigenproduktion ist der Sound unglaublich geil geworden und baut viel Druck auf. Das 20-seitige Booklet ist bei einer Underground-Band ja auch nicht selbstverständlich, hier bekommt man wirklich viel für sein Geld. Gerade mal 5 € verlangt die Band für ihr Werk, das ist wirklich sehr fanfreundlich und gehört von Euch unterstützt. Kaufen!

Leather Rebel, 7,5/10 Punkten

 

Metalearth

Normalerweise fällt mir immer irgendwie etwas ein, um ein Review zu beginnen. Doch heute soll es irgendwie nicht sein. Der Name der Band, um die es hier gehen soll, lädt quasi dazu ein aufs Rollenspiel Mage einzugehen, aber irgendwie will mein kreatives Zentrum heute nicht so, deshalb belasse ich es einfach nur bei einer Vorstellung.
Time Mage kommen aus Mannheim. Kaum zu glauben, aber man hat bereits sieben CDs im Backkatalog und mit „Witchcraft“ kommt nun nummer acht hinzu. Die Band setzt sich zusammen aus Stefan Schenkel (Keboards, Drums, Vocals), Tobias Bradneck (Guitar), Sabrina Kraus (Vocals), Eva Beck (Vocals), Thomas Peters (Bass) und Philipp Deschermeier (Guitar).

OK, Preisfrage: Welche Art Musik machen den die Leute von Time Mage? Wenn man jetzt nur das Cover zur Verfügung hat, dann könnte man meinen, dass es in Richtung Death/Black Metal geht, oder mit viel Fantasy in Richtung Power Metal. Power Metal ist davon, was sie machen, nicht ganz ao weit weg. Die Jungs und Mädels bezeichnen sich selbst als Progressive Metal, wobei man dies nicht all zu ernst nehmen solle. Dem kann ich nur zustimmen, denn ich als Prog-Veteran kratze mir da nur am Kopf und frage mich, wo den bitte die charakteristischen Elemente des progressiven geblieben sind. Kommen wir aber wieder zum Power Metal. Dies ist nicht ganz verkehrt, ich würde es eher als Symphonic Metal bezeichnen, wie ihn Therion seit „Theli“ praktizieren, wobei Time Mage ohne Frage nicht an diesen Sound und so rankommen.
Jetzt hab ich mich aber genug über das Unwichtige ausgelassen und noch gar nicht über das Wichtige auf dieser Platte referriert, denn das ist zweifelsohne die Musik. Darüber kann man sich leider nicht so schön auslassen, wie über die Schubladen, aber etwas kann man dazu schon sagen.
Das Negative mal zuerst: Der Sound ist nicht der schlechteste, aber auch nicht der beste. Die Instrumente wirken viel zu unausgewogen. Das Keyboard steht viel zu sehr im Vordergrund, wodurch der sehr ordentliche, weibliche Gesang sehr in den Hintergrund rückt.
Aber nun das Positive: Die Songs sind gut arrangiert, in ihrer Qualität sehr ausgewogen und es gibt insgesamt wenige schwache Momente, was zeigt, dass man es versteht Musik zu machen und nicht einfach versucht irgendwelche Noten aneinanderzureihen. Der Wechsel zwischen weiblichem Gesang und Growls macht den Sound recht individuell, obwohl Therion selbiges praktizieren, aber bei ihnen der chorale Aspekt mehr im Vordergrund steht als, wie hier, die Gesangsleistung.

Unterm Strich kann man festhalten, dass Time Mage ein unheimliches Potential besitzen. Die Songs sind qualitativ gut, doch sollte man den Sound stark verbessern, damit das Klangerlebnis auch wirklich eines wird und es nicht am Sound scheitert. Wer also mal was frisches hören möchte, der ist bei den Jungs und Mädels von Time Mage genau richtig und die fünf Euro für das Werk sind gut angelegt.

Dominic Türk

 

Music Venue

Und wieder eine Undergroundband. TimeMage heisst die Progessive-Metal Band aus dem Raum Mannheim und ihr Geheimrezept ist, dass sie alles selbst machen. TimeMage haben kein ultimatives Vorbild und vor allem kein Interesse daran, wie irgendeine bekannte Band zu klingen. Alle Bandmitglieder sind dem Metal mit all seinen Spielarten, aber auch klassischen Film-Soundtracks und Jazz verfallen. Wie klingt es wohl, wenn man all diese Vorlieben zu einem Musikstil verwurstet? Gut, Jazz findet man auf dieser Scheibe keinen, aber sehr viele klassische Orchestereinlagen, wie man es eben auch vom Progessive Metal gewohnt ist. Und in diese Schublade passt TimeMage auch ganz gut, wenn auch noch ein wenig Epic einfließt. “Witchcraft” wurde wie alle vorherigen Alben in den heimischen 4 Wänden eingespielt und produziert. 7 Monate wurde an der CD und den Songs gewerkelt und seit der letzten Platte schmücken 4 neue Mitglieder die Band. Neues Equipment gab es auch und Lutz Schmierbach wurde als Artworkkünstler verpflichtet.

Anspieltipps:

Judicum Dei
Kräftige, düstere Gitarren und fast schon “unheimliche” Frauengesänge. Das besondere daran ist, dass die Frauenstimmen eher sehr tief und düster gehalten werden. Der Refrain geht ins Ohr und der Chef persönlich lässt Klavierklänge einfließen – sehr bombastisch alles.

Goddess Of The Moon
Wow was für eine (Elfen-) Stimme! Besser könnte man einen Song über die “Göttin des Mondes” nicht einsingen. Die Band mag es vielleicht nicht gerne hören, aber es erinnert doch schon schwer an “Edenbridge”. Sehr schöne Ballade, bei der so mancher stimmlich nicht mithalten kann.

Voices From The Woods
Huch was ist das? Babygeschrei? Zu lange kann man hier aber nicht über das Intro nachdenken, weil es Gitarrentechnisch schon gleich hart zur Sache geht. Wieder fasziniert hier der dunkle Frauengesang wie er mich schon damals bei den “Shakespear Sisters” fasziniert hat. Musikalisch kein Vergleich, aber ich denke Ihr wisst was ich damit sagen will.

Fazit:
Irgendwie machen “TimeMage” schon ihr eigenes Ding, aber um meinen musikalischen Eindruck beschreiben zu können fallen mir Bands ein wie Edenbridge oder Rhapsody. Düsteres Gegrunze und männlicher Gesang werden etwas zurückgestellt – gesanglich wirken die Frauenstimmen zart, klassisch, düster und auch normal. Hier findet man keinen Einheitsbrei, der sich durch das ganze Album zieht. Wer also auf talentierte Bands steht, die alles noch selbst machen (ehrliche Musik also), der sollte sich das Album unbedingt kaufen. Für schlappe 5 Euro gibt’s im Bandeigenen Shop eine super produzierte und abgemischte CD mit Booklet und allem was dazugehört. Das muss man mal nachmachen. Hörproben gibt’s auf der offiziellen Homepage natürlich auch. Das Artwork gefällt mir wirklich gut, aber ich überlege stark, ob es so recht zu der Musik passen soll. Aber egal….kaufen! 9/10 Punkten.

Wertung: 9/10

 

Walls of Fire

Bislang bin ich mit der süddeutschen Progressive-Metal-Formation TimeMage immer sehr kritisch umgegangen, was vorwiegend daran lag, dass mich ihre Musik trotz erkennbarer Ambitionen nie so recht berührte. Besonders das letzte Album „Nightmares“ mit seinen etwas kitschigen Keyboard-Sounds gefiel nur noch bedingt und präsentierte einen eher wechselhaften Crossover aus traditionellem Power Metal und symphonischem Stoff a la Therion.

Seltsamerweise weist die neue Scheibe „Witchcraft“ aber nur noch kaum Ansätze auf, die mit der zuletzt geäußerten Kritik konform gehen. Das gesamte Material wirkt in sich geschlossener und homogener, was meines Erachtens vorrangig daran liegt, dass die Symbiose aus teils harschen Riffs und bombastgetränktem Symphoniewerk wunderbar ineinander fließt. Gitarren und Keyboards harmonieren dieses Mal in allen Songs und laufen nicht mehr wie einst nebeneinander her; selbst die sehr basische, mittlerweile schon charakteristische Produktion macht der Band keinen Strich mehr durch die Rechnung.

Diese elementare Steigerung ist aber natürlich in erster Linie auf eine erhebliche Entwicklung beim Songwriting zurückzuführen; bereits bei den ersten beiden Songs „She’s Burning“ und „Judicium Dei“ nähert man sich den Sphären von Therion an, geht jedoch im direkten Vergleich ein klein wenig roher zu Werke. Vor allem die Background-Untermalung ist hier stark, ebenso wie im eleganten „Lucid Dream“ sowie dem von bezaubernden Chören durchsetzten „Demonical Possession“ und im semi-balladesken „Kettle Of Steel“. Man mag gerade als scharfer Kritiker gar nicht glauben, was sich hier in so kurzer Zeit auf kompositorischer Ebene getan hat.

Deshalb zweifle ich gerade auch an mir selber, denn rein musikalisch sind die Veränderungen zum letzten Album gar nicht so gravierend. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Songs von „Witchcraft“ auf Anhieb gut reinlaufen und insgesamt viel ausgewogener klingen. Trotz allem werde ich jetzt noch einmal „Nightmares“ und „Shadow Realm“ hervorkramen und einen erneuten Versuch starten. Mit ihrem neuen Album hat mich die Band nämlich endgültig von ihrem Sound überzeugt und sicher auch ihr bislang bestes Album eingespielt. Zum ersten Mal gibt’s deswegen von meiner Seite auch eine uneingeschränkte Empfehlung, speziell für diejenigen, die auch Therion auf ihrer Favoritenliste haben.

Autor: [deadnextdoor] 4/5 Punkten

 

Metal Observer

Stefan Schenkel and co. have been busy; less than a year ago I was reviewing “Nightmares,” TIMEMAGE’s previous release, and now “Witchcraft” is here. Given the proper release dates and all, that means there was only about eight months between the two. Despite the short period of time between the two, TIMEMAGE has produced an album that is significantly stronger than its previous offering and the band seems to have more confidence in it, as “Witchcraft” has a self-produced run of 1000 copies compared to the 500 of “Nightmares.”

“Witchcraft” is a concept album about, well, witches and more particularly the witch trials that were so common in the early modern era, as one might guess from the remarkably lurid cover art. To help execute this concept, the album is dominated by two female vocalists, Sabrina Kraus and Eva Beck, who were brought in specifically for this recording. Schenkel still commits vocals to the proceedings, but the male role is noticeably diminished.

Oh yes, for those who haven’t yet encountered TIMEMAGE, the band plays a form of Progressive Metal with many outside influences, especially Gothic and Neo-Thrash. The last album was hampered by three fundamental problems; a poor production that robbed it of impact, an inability to mix the various influences in an organic manner, and a degree of repetition in the songs that was so excessive it almost became self-parody. TIMEMAGE has improved on some of its previous shortcomings, but others remain. The production is noticeably improved and the volume of the instruments normalized, but growled vocals still sound pretty fuzzy and any layered vocals sound week. The repetition can still be deadly, though; the chorus for “Judicium Dei” is good the first time or two, but it gets old fast.

Otherwise, how’s the album? It’s quickly evident that the Neo-Thrash influence has been scaled down compared to the previous effort and the Power Metal has been turned up. “Lucid Dream” embodies this the most, but I think the chorus is going for a THERION vibe and, if so, it misses the mark substantially. “The Last Of The Witches” is clearly the most Gothic and is a fairly good closer for the somber material. Unfortunately, beyond examples like these the album often runs together with not much to differentiate track three from track four. “She’s Burning” is a bit histrionic in the chorus, but is otherwise good. I also must express my appreciation for the lead guitar work of Phillip Deschermeier, as it adds a depth we didn’t have on the previous album.

The German metal press seems to have fallen head over heels in love with this album. I’ll have to diverge a bit. This album is a definite improvement over “Nightmares,” but it still sounds like a work in progress. There are some really good ideas here, but they aren’t executed in the best way. Still, I figure if TIMEMAGE can improve this much with each album, we should have something really special in a few years.

6,5/10 – Keith
Earshot

Erster Blickpunkt einer Scheibe ist immer das Cover und in der Flut der Neuerscheinungen ist es schwer einen wirklichen Hingucker abzuliefern. TIMEMAGE gelingt es aber, denn das Coverartwork weckt zumindest bei der „älteren“ Generation (der ich ja angehöre) ein gewisses „Metal“-Feeling der 80er Jahre aus (ob junges Publikum drauf abfahren wird ist allerdings fraglich). Man weiß dadurch eindeutig in welche Richtung die Mucke geht. Und mit dem ersten Durchgang bestätigt sich das auch zu 100%.
Zweiter Blickpunkt sind bei TIMEMAGE eindeutig die zwei Sängerinnen, aber konzentrieren wir uns lieber auf die Musik. Die ist, wie schon angedeutet, eher in den späten 80ern beheimatet und man kann sagen, dass es ein Konzeptalbum ist welches das Thema „Hexen“ hat (siehe Cover, Albumtitel und Songtitel!). Mastermind hinter dieser Produktion ist der Drummer, Keyboarder und Sänger Stefan C. Schenkel der „Witchcraft“ als „home production from fans for fans“ tituliert. Für eine Homeproduction klingt es aber ausgesprochen toll und man merkt, dass sehr viel Herzblut zur Entstehung geopfert wurde.
Nichts desto trotz wirkt alles etwas altbacken und würde mit einem Schuss Innovation sicherlich mehr Leute ansprechen.
Musikalisch bewegen sich die Bandmitglieder eindeutig nicht mehr im „Anfängerkreisen“, von der Weltklasse sind sie aber dennoch weit entfernt. Für ein Konzeptalbum typisch gibt es langsamere, gesangstechnisch betonte Balladen (hier kommen die Stimmen der zwei Damen sehr zur Geltung) als auch wirkliche Metal-Kracher mit Gitarrensoli und allem drum und dran!
Fazit: für eine Homeproduction sehr gut, für den Vergleich zu Label-Bands eindeutig zu wenig!

4,5/7 Punkten, Luigi

 

Stormbringer

Stefan Schenkel´s TIMEMAGE sind immer wieder gern gesehene Gäste in meinem Player. Das liegt nicht alleine an der Musik, die zur Gänze im heimischen Wohnzimmer des Mannheimers entsteht, es liegt auch an der Philosophie des Masterminds. TIMEMAGE, das ist Musik von Metalfans für Metalfans, ohne stilistische Scheuklappen, ohne grosse finanzielle Interessen. Einfach aus Spass an der Sache, und das hört und spürt man in jedem Ton.

Wie sich anhand des Titels und des von Lutz Schmierbach sehr schön gezeichneten Covers unschwer erkennen lässt, dreht sich die aktuelle CD “Witchcraft” um das Thema Hexen. Die wieder einmal komplett erneuerte Band setzt die Songs unter der gewohnt souveränen Regie von Stefan Schenkel sehr stimmig um, wodurch einige überaus hörenswerte Schmankerl gelingen. “Judicium Dei” ist ein Beispiel dafür. Die grundsätzlich düstere Stimmung des Songs baut sich langsam auf und gipfelt in einem Refrain, der herrlich mitsingkompatibel ist. Ähnlich gelungen ist “Lucid Dream”, wenngleich mich der Chorus stark an eine uralte Melodie von THE SHADOWS erinnert. Ein echter Glücksgriff ist mit den beiden Sängerinnen (Sabrina Kraus und Eva Beck) gelungen, die diesmal einen Grossteil der Vocals bewältigen, was den Songs verdammt gut steht. Vor allem die Sängerin mit der etwas tieferen Stimme stellt so manche Kollegin anderer Bands locker in den Schatten.

Wäre schön, wenn endlich ein Label auf diese engagierte Band aufmerksam wird – und sei es nur dafür, dass diese wunderbaren Songs endlich den Sound verpasst bekommen, den sie verdienen. Produktionstechnisch holen TIMEMAGE das Beste raus, was aus einem Wohnzimmerstudio rauszuholen ist, doch speziell bei den Drums und bei den Chören merkt man das knappe Budget der Aufnahmetechnik. Dies soll aber hier nur zweitrangig gewertet werden, denn die Songs auf “Witchcraft” haben durch die Bank Klasse. Fans von ähnlich gelagerten Bands wie THERION oder AYREON dürfen diese läppischen fünf Euros hier guten Gewissens investieren.

4/5 Punkten, adl

 

Bloodchamber

Musik von Fans für Fans zu machen, dem Ziel haben sich TIMEMAGE verschrieben. Und dies sollte mit dem Album „Witchcraft“ als erreicht gelten. Die 6 Mannheimer haben nach eigenen Aussagen sieben Monate mit dem Herumtüfteln an diesem Album verbracht und Kohle verdienen wollen sie damit auch nicht. Dabei sollte nach all der Arbeit die Tür offen stehen für diverse Auftritte und Festivals und warum nicht auch für nen ordentlichen Plattenvertrag?

Abwechslungsreich und aus vielen Stilen beeinflusst gibt sich das Album „Witchcraft“ und trotzdem ist es den Jungs und Mädels (mit der Besonderheit von 2x weiblichem Leadgesang und 1x männlichem Lead und Backgroundgesang) von TIMEMAGE gelungen, alles in ein einheitliches Soundgewand zu kleiden.
Für meinen Geschmack wird das eine oder andere Mal zu oft gegrowlt, aber es gehört wohl zum breiten Einflussspektrum dazu. In der Tat sind die Einflüsse reichhaltig, daher liegt das Resultat irgendwo im Bereich eines Symphonic, Melo-Death Power Metal oder so ähnlich.

Praktisch sollte sich so ein Mix in diverse Interessenrichtungen verkaufen lassen, meiner Meinung nach lohnt sich die Investition auch, da es sich hier zwar um eine selbstproduzierte Platte handelt, dies der Qualität aber keinen Abbruch tut. Vielmehr stechen hier und da einige Elemente positiv heraus, so z.B. das Bassintro und darauf das Gitarrenriff zu „Judicium Dei“ einigermaßen thrashig daherkommt. Der Chorus und das Keyboard in der Ballade „Goddess Of The Moon“ sind auch sehr gelungen. Der schmissigste Song á la NIGHTWISH ist wohl „Lucid Dream“, die größte gesangliche Abwechslung bietet der folgende Song „On The Gallows“. Mit „The Summoning“ ist auch noch ein feines Instrumentalstück vertreten.
Man hört einerseits, dass diese Platte nicht im Studio aufgenommen ist, andererseits hört man nicht, dass sie selbst produziert ist. Nach Steuern bleiben noch 7 Punkte übrig. Die Band ist meines Erachtens auf dem richtigen Weg.

Markus Georg Hosch, 7/10 Punkten

 

Metal Inside

Stefan Schenkel’s Wohnzimmer Productions sind mal wieder fleißig gewesen und nach siebenmonatiger Arbeit in den bewährten heimischen Wänden liefert das deutsche Nachwuchsprojekt TIMEMAGE mit “Witchcraft” bereits Album Nummero drei ab. Wie immer in bereits bewährter hoher Qualität insbesondere was einen Underdog betrifft sowie unter dem bescheidenen Motto “Musik von Fans für Fans” bietet diese Platte innerhalb einer soliden Rahmenhandlung, die sich zwar mit der für härtere Musikgefilde nicht gerade brandneuen Thematik der Hexenverfolgung auseinandersetzt, wieder die gewohnt breite stilistische tiefe. Musikalische Genregrenzen oder gar heraushörbare bestimmte Bandvorbilder sind bei TIMEMAGE quasi nicht auszumachen. Egal ob düsterer Dark Power oder symphonisch opulenter Prog Metal (Bombast) mit gelegentlichen Gothic Roots – die ausgewogene Mischung macht’s einfach. Im vergleich zu den Vorgängeralben beeindruckt mich neben en gewohnt abwechslungsreichen Tastenarrangements diesmal besonders die fette Gitarrenarbeit mit den klasse Soloparts des neuen Leadgitarristen Philipp (beiendruckend “On The Gallows”) sowie ein ungemein wuchtiges Riffing mit sehr viel Power. Insgesamt vier neu Musiker hat Mastermind Stefan für “Witchcraft” um sich geschart auch die beiden Mädels mit ihren engelsgleichen Stimmen kann man als Volltreffer bezeichnen. Sabrina hat dabei ein etwas tiefer, leicht voller klingendes Organ und wirkt etwas routinierter am Mikro, Eva hingegen bietet ein etwas zerbrechlicheres recht hohes Timbre, dass mit etwas mehr Selbstvertrauen vorgetragen aber noch Steigerungspotential besitzt. Die männlichen Vocals sind meist leicht growlartig oder in den Chorgesängen auch mal clean gehalten wobei die Fraunestimmen klar dominieren. Die Produktion ist für Homerecordingmaßstäbe sowieso mehr als absolut in Ordnung bloß der manchmal etwas zu flach programmierte etwas schepprige Schlagzeugsound stört manchmal leicht den Hörgenuß – nächstes mal bitte einen richtigen Drummer ins Boot holen. In Punkto Artwork gibt’s (im Gegensatz zu den Vorgängern) von mir diesmal nichts mehr zu kritteln Lutz Schmierbach hat eine klasse Job abgeliefert und nicht nur deshalb weil die “böse” Hexe etwas stark barbusig ausgefallen ist, dass Auge isst aber halt auch mit. Das Songmaterial bietet reihenweise absolut klasse gemachte Tracks mit geilen Melodien, in üppigen Arrangements aber auch viele straight abgehende Nummern mit vielen schnellen und aggressiven Gitarrenvibes. Aus dem insgesamt hochwertigen Material der 12 Titel fällt es mir nicht gerade leicht einige Sachen herauszuheben aber die beiden ausdrucksstarken Balladen “Godess Of The Moon” (vergesst NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION .. im Ernst!) sowie “Kettle Of Steel” ein wunderbar folkig geprägtes Stück, das weltklasse instrumental “The Summoning” (erinnert mich am Anfang an einen alten Ozzy Osbourne Solosong) mit diesen rassigen Gitarren bzw. Keyboardduellen in Serie, “Lucid Dream” eine typischer Tempohymne sowie das symphonisch aber trotzdem treibende “Jodicium Die” mit dieser sich eingrabenden Killerhook stechen dann doch noch besonders heraus. “Witchcraft” ist absolut empfehlenswert, ich stell’ mir gerade vor, was Stefan & Co. unter professionellen Bedingung noch alles aus TIMEMAGE herausholen könnten .. ja ich weiß is nicht eure Philosophie aber trotzdem wäre dies doch mal einen Versuch wert. Genug geträumt, diese CD mit Musik ohne (metallische) Grenzen und stilistische Scheuklappen gibt es jetzt für amtliche 5 Euro (+Porto) auf der Band-HP und da sollte man sich schleunigst hinbegeben und käuflich tätig werden!
maio )

 

Nightshade

Tendenziell haben Metal-Bands bei mir ja immer eher einen guten Stand. Das liegt einfach daran, daß viele noch immer glauben, Nightshade sei eine reine Gothic-Seite,und dementsprechend prozentual wenige Metal- oder Punk-Bands sich trauen, mal ihr Review-Material einzusenden. Dadurch ist ein gutes Metal-Album für mich natürlich immer eine gelungene Abwechslung, für die ich sehr dankbar bin.
Und so haben “TimeMage” mich natürlich auf dem richtigen Fuß erwischt, als vor einigen Monaten ihr neuestes Album “Witchcraft” ganz unverhofft in meinem Briefkasten lag. Dumm nur, daß das ausgerechnet zu Beginn meines Umzugs war, weswegen ich nun unter den angeschriebenen Journalisten einer der letzten bin, die sich diesem Werk widmen.

Aus der Experimentierfreude eines jungen Künstlers entstanden, ist TimeMage augenscheinlich wohlein reines, unkommerzielles Heimstudio-Projekt ohne kommerzielle Ambitionen. Wer heutzutage über ein halbes Jahr intensiv an einem Album arbeitet, um dann das vollendete Werk für gerade mal 5 Euro unter die Leute zu bringen, hat in meinen Augen alleine schon die “Ehrenmedaille für künstlerischen Idealismus” verdient. Hier zeigt sich deutlich,was Musik eigentlich sein sollte: Kunst und Freude von Menschen für Menschen, ohne kommerzielle Abzocke und Starallüren.
Damit will ich jetzt übrigens in keinster Weise diejenigen Musiker kritisieren, die von ihrem Schaffen leben wollen oder können, auch hier gibt es genügend die die Quintessenz der Kunst niemals abgelegt haben, und die ich dafür hoch schätze. Dennoch beweisen “TimeMage” damit schon ihren besonderen Flair.
Aber auch musikalisch präsentieren die Protagonisten hier einen musikalischen Leckerbissen für Freunde progressiven Metals. Abwechslungsreiche und vielschichtige Songlines, das komplette gesangliche Spektrum von Growls und straightem Gesang seitens Stefan, kombiniert mit den klaren, sinnlichen Stimmen von Sabrina und Eva…alldas läßt das Album zu einem angerundeten Hörgenuss.
Mein Kompliment an die Beteiligten!

14.04.07, Otti

 

Obliveon

Bei der Mannheimer Band hat sich seit der letzten Veröffentlichung das allseits bekannte Personalkarussell gedreht, was vier neue Mitglieder und natürlich auch Änderungen im Gesamtsound zur Folge hatte. Die Musik ist teilweise symphonisch bzw. bombastisch, teils auch mit progressiven Elementen versetzt, weist aber trotz aller Melodiösität dennoch immer die nötige Härte auf um nicht ins Kitschige ab zu driften. Besonders im Gesamtsound hervorzuheben sind die beiden neuen hervorragenden Sängerinnen, deren hohe Stimmen durch einen rauen Sänger ergänzt werden, was zwar auch nicht mehr ganz neu ist, bei Timemage aber gut funktioniert , und die auch optisch recht schnuckelig aus der Gesamtoptik hervor stechen. Aber egal, was zählt ist die Musik, und die ist wirklich gut gelungen. Hört euch einfach mal Tracks wie das groovige, mit ruhigem Mittelteil versehene „Judicium Dei“, das relaxte „Voices From The Woods“ oder das härtere “On The Gallows“, welches aber mit einem melodischen Refrain dennoch eingängig wirkt, an und ihr wisst, was ich meine. Da die Band das Ganze hobbymäßig sieht – von der Einstellung her, nicht vom durchaus professionellen Produkt – gibt es den Silberling für nur fünf Euro über die Homepage zu beziehen. Da gibt es eigentlich nicht viel zu überlegen.

8/10 LL

 

Bright Eyes

Was die Formation TIMEMAGE aus Mitteldeutschland mit dem in Eigenregie produzierten Album „Witchcraft“ geschaffen hat, ist genauso lobenswert wie schwierig einzuordnen. Sie vereinen so ziemlich jede bekannte Metal-Richtung zu einer flüssigen Melodie und zeigen dabei neben Innovation auch großen Abwechslungsreichtum. Die Qualität der Musik könnte für eine Eigenproduktion kaum besser sein. Da können sich so manch andere Tonstudios ruhig eine kleine Scheibe von abschneiden. Sieben Monate haben sich TIMEMAGE Zeit gelassen ihr Werk zu vollbringen und diese Platte kann sich nicht nur sehen lassen, die Band selbst kann durchaus stolz auf das Ergebnis sein.

Die Musik selbst ist, wie bereits angedeutet, schwierig einzuordnen, da in Liedern wie ,She’s Burning’ oder ‚Judicium Dei’ sich dem Hörer Metal-Symphonien mit einem starken Gothic-Einfluss ins Gehör setzen, die düster, melodisch herüberkommen und durch schönen Frauengesang zur Perfektion getrieben werden. Bei letzterem kommen jedoch die Growls des Sängers nicht so zur Geltung, wobei sein natürlicher Gesang im Lied schon einen wesentlich besseren Effekt erreicht. In ihrem Song ‚Lucid Dreams’ erinnern sie mehr an Folk Metal, wobei nur noch die Geige fehlt, um das Lied diesem Stil vollkommen zuordnen zu können. ‚Lucid Dreams’ präsentiert nebenbei den schönsten Refrain aller Lieder und die beiden Sängerinnen beweisen mit kraftvoller, weicher Stimme ihr überzeugendes Können. Aber wären diese Stile ja noch zu wenig, um sich TIMEMAGE nennen zu dürfen. In Liedern wie ‚Voices From The Woods’, ‚Rise From Your Grave’ und ‚On The Gallows’ spielen sich neben klassischen Heavy und Power Metal-Sequenzen auch noch rockige Elemente ein, die alle im Zusammenspiel gängige, fließende Melodien anstimmen. Neben diesen ganzen Einflüssen können TIMEMAGE aber auch ruhige, tragende und melancholische Töne aus ihren Instrumenten herausholen. Mit ‚Goddess Of The Moon’ oder ‚Kettle Of Steel’ beweisen sie ihr Talent, ruhige Metal-Balladen zu komponieren und ihren Liedern einen epischen Touch mit auf den Notenweg zu geben. In dem Instrumentalstück ‚The Summoning’ werden schlussendlich noch einmal fast alle Genres berücksichtigt und zeigen, dass sich eine Mischung dieser Art sehr gut anhört. Als ruhiger Ausklang gelingt TIMEMAGE mit ‚Last Of The Witches’ noch einmal eine ruhige Ballade, die sich an die vorhergehenden Balladen in Sachen guter Musik anschließen kann. Ein weiteres wichtiges Element ist das Keyboard in jedem ihrer Lieder, das sich im gesamten als gute musikalische Zutat erweist und in bester Dosierung die Kompositionen unterlegt. Das Grundprinzip nicht zu viel und nicht zu wenig wird beim elektronischen Zufluss sehr wohl beherzigt, so dass es zu keiner Zeit als störendes Element herauszuhören ist. Das Booklet ist vom Artwork her ein wenig provokant, aber TIMEMAGE zeigen mit den Bildern im Booklet die Freude, die sie an der Entstehung dieses Albums hatten und dass der Spruch „Wer schaffen will, muss fröhlich sein!“ von Theodor Fontane hier wirklich zutrifft. Bis auf kleine, wenige Ungereimtheiten in den Songs ist TIMEMAGE mit „Witchcraft“ ein super Langeisen gelungen, das seine 11 Augen wert ist.

11 von 13 Augen, Phillip Haß

 

Nocturnal Hall

Das sind vermutlich Reviews, die am Schwersten fallen. Eine grundfreundliche Band, die von sich sagt, dass sie Musik von Fans für Fans macht, das Album im heimischen Wohnzimmer einspielt und produziert, dem Ganzen ein professionelles Booklet verpasst und die CD kulant für 8 Euro inklusive(!!!) Porto verschickt. Was, wenn diese Band ein Album fabriziert hat, bei dem sich trotz aller Euphorie beim Hören die Fußnägel kringeln? Schreibt man dann „bemüht“, und jeder weiß was gemeint ist, oder schlicht „beschissen“, damit Band und Hörer sich anderen, gewinnbringenderen Hobbies zuwenden können? Glücklicherweise bleibt mir diese Art der Berichterstattung diesmal erspart…
Denn TIMEMAGE liefern mit Witchcraft ein Album ab, an dem es wenig zu mäkeln gibt. Der Einstieg beginnt dem Thema angemessen, dunkel dräuend, Glocken vor einem raunenden Chor, schwelende Keyboards betonen die Düsternis der Inquisition, dann ein Break und She’s Burning beginnt voluminös; mit Gitarrenbrettern und von Growls untermalt, wird die erste Hexe verbrannt.
TIMEMAGE sind eine deutsche Band und das ist auch gut so, erinnern doch bereits die ersten Klänge an eine heftigere Ausgabe von Eloy (allerdings ohne Pink Floyd Einflüsse), deren Vokalisten glücklicherweise die gesangliche Dialektlastigkeit eines Frank Bornemann abgeht. Sowohl Stefan Schenkel als auch seine Sangeskolleginnen Sabrina Kraus und Eva Beck machen ihre Sache sehr ordentlich, die leicht steife Betonung einiger Liedzeilen macht sogar einen Reiz des Albums aus. Wohnzimmerproduktion hin oder her: hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Vom virtuellen Orchester bis zum gebastelten Chor werden alle heimischen Soundregister gezogen, und dafür klingt’s verdammt gut. Mit jedem gespielten und gesungenen Ton wird deutlich, mit wie viel Genuss die Band die Platte eingespielt hat. Zwischen bombastischem Metal und dezenter Folklore wird ein in sich stimmiges Werk abgeliefert, das auch klanglich professionellen Ansprüchen genügt. Natürlich hätte man in einem richtigen Studio noch den ein oder anderen Effekt prägnanter bearbeiten können, aber bereits in seiner jetzigen Form bietet Witchcraft Bands wie Therion und Ayreon Paroli. Klar kann Therion mit echten Orchestern, Chören und einer fetteren Produktion aufwarten, aber in ihrem Rahmen sind TIMEMAGE durchaus ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen. Denn der zufriedene und selbstvergessene Schwung der engagierten Heimproduktion macht viele der kleinen produktionstechnischen Unterversorgungen mehr als wett.
So bleibt am Ende nur zu konstatieren: Witchcraft ist das sympathische Album einer äußerst sympathischen Band, und jeder, der nur einen Hauch Interesse an hymnischer, himmelhochjauchzender Musik besitzt, sollte die CD umgehend bestellen. Und gleich seine Freunde, Bekannten und Verwandten ebenfalls damit versorgen.

PS.: Ich liebe diese CD alleine wegen der Diskrepanz zwischen dem barbusigen, flammenden Inferno auf dem Frontcover und dem überaus glücklichen Gesichtsausdruck der Bandmitglieder auf der Bookletrückseite. Wären TIMEMAGE eine Wanne, ich würde ein Vollbad nehmen :)

8/10 Punkten, Joking

 

Darkness

Kaum fange ich an zu schreiben, da schwimme ich auch schon ein bisschen gegen den Strom. Denn wohin ich auch gucke, überall lese ich in Stilbeschreibungen zu TIMEMAGE das Wort “Progressive” und kann mir nicht erklären, wo dieser Begriff seine Berechtigung hernimmt. Zumindest das Album “Witchcraft”, um das es jetzt geht, kommt mir nämlich in etwa so progressiv vor, wie ein 4-4-2 System beim Fußball. Allseits bekannt, oft bewährt, aber innovativ ist was anderes. Egal, denn es zählt schließlich nur, was man daraus macht.

Was TIMEMAGE daraus machen, ist in erster Linie verdammt gute Musik. Sie orientieren sich am traditionellen Metal, bringen aber auch Epic Metal Einflüsse dazu, was sich vor allem bei den Keyboards niederschlägt. Die sind geschickt eingesetzt, so dass sie nicht einmal mich stören, was schon bemerkenswert ist. Besonders angenehm sind die Tempowechsel und die verschiedenen Vocals, die aufeinander treffen. Zwei Sängerinnen mit völlig verschiedenen Stimmlagen und ein Sänger für die härteren Passagen harmonieren absolut problemlos. So steht für jeden Moment der passende Gesang parat, was zu einer abwechslungsreichen Melodieführung verhilft.

Es hat mich sehr gefreut, dass TIMEMAGE sich auch nicht um Soli drücken, wie so viele andere Bands. Das muss wohl daran liegen, dass auch das einfach drauf haben. Obwohl man in Richtung Keyboard-Metal tendiert, rockt “Witchcraft” sehr gut. Griffige Riffs und klare Harmonien sorgen schon dafür, dass die Power nicht zu kurz kommt. Dazu trägt außerdem eine gute Produktion bei, der man es kein Stück anmerkt, dass TIMEMAGE dieses Album quasi im heimischen Wohnzimmer aufgenommen haben. Überhaupt kann ich schwer nachvollziehen, wieso diese Band noch keinen Plattenvertrag in der Hand hat. Aber es macht auf mich auch nicht den Eindruck, als ob sie einen wollten.

Wenn ich mir nur überlege, was ein guter Produzent noch an letzter Klasse aus dem Album hätte rauskitzeln können… Da wir es hier mit einer Eigenproduktion zu tun haben, ist auch die Auflage entsprechend begrenzt. Nur 1000 Stück stehen zur Verfügung und warten darauf, für nur 5€ den Besitzer zu wechseln. Wenn das kein gutes Angebot ist, weiß ich auch nicht weiter.

Punkte: 9/10, Robert Märländer

 

Metalfanatics

Wie der Titel schon andeutet, dreht sich dieses Album der Mannheimer Goth/Prog Metaller TimeMage, lyrisch um die Zeit der Hexenverbrennungen, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Texte zieht.

6 Bandmitglieder stehen bei TimeMage in Lohn und Brot, darunter 2 Sängerinnen, die sich beide sehr überzeugend präsentieren und ihr Können zu gleichen Teilen unter Beweis stellen dürfen. Dazu gibt’s die passenden Growls von Mastermind Stefan Schenkel, die aber eher spärlich eingesetzt werden.

Nach einem kurzen atmosphärischen Intro folgt mit „She´s Burning“ ein straight nach vorne losgehender Rocker mit ansprechendem Riff.
Danach fräst sich der mit Abstand beste Song des Albums „Judicium Dei“ in meine Gehirnwindungen, mit einem Hammerrefrain ausgestattet, für den manche töten würden. Stefan aber scheint sich diese mühelos aus dem Ärmel zu schütteln, denn auf der Scheibe sind noch so einige Ohrwürmer vertreten.
„Goddess Of The Moon“ ist eine von Pianoklängen getragene, pathetische Ballade, bei der die Stimme von Eva Beck ausgesprochen gut zur Geltung kommt.
Beim anschließenden „Voices From The Woods“ fällt das Niveau etwas ab, was „Lucid Dream“ aber gleich wieder vergessen macht.
Eigentlich gibt es keinen wirklich schlechten Song auf dem Album, allenfalls zwei bis drei Titel gehören in die Kategorie Durchschnitt, der Rest bewegt sich auf höchstem Level und kann locker mit den Genregrößen mithalten.

Der Sound kommt recht professionell, wenn auch nicht überragend, ist für eine Eigenproduktion aber doch mehr als in Ordnung. Störend wirkt nur der oft grauenhaft kitschige pseudoatmosphärische Keyboardsound, der einige gute Ansätze zukleistert, hie und da wäre weniger mehr gewesen.

Trotzdem ist „Witchcraft“ eine erstaunlich gut gelungene Platte, die Gothic Metal Puristen, vor allem Freunde von Tristania oder Haggard mit Sicherheit viel abgewinnen können und kann für nur 5€ auf der Bandhompage bestellt werden.

Punkte: 8/10 Kreuznagel

 

Metal Spheres

Ein neues Jahr bringt eine neue TimeMage. Stefan Schenkel und seine Truppe sind unheimlich kreativ und Idealisten die ihres Gleichen suchen. Der Hammer vorweg: Das Album, welches mit einer Auflage von 1000 Stück gepresst wurde, ist mit einem amtlichen Sound versehen, hat ein tolles dickes Booklet mit allen Texten und wird wie die Vorgänger auch für 5 €(!) auf der Homepage vertrieben. Einfach fantastisch.

Musikalisch gibt es eine abwechslungsreiche, aber immer in sich stimmige Progressive Metal Abfahrt zu bestaunen. Egal ob harter Metal mit Aggrogesang, Folkiges mit Elfenstimmen, Jazziges oder was euch sonst noch einfällt. Hier gibt es alles! Das Faszinierende ist, dass sich Timemage dabei nicht verzetteln, sondern sich in jedem Genre gleich wohl zu fühlen scheinen. Timemage haben eine wunderschöne und aufregende musikalische Reise erschaffen, die jeder antreten sollte, der mal etwas über den musikalischen Tellerrand schauen möchte.
Unterstützt diese Band… ihr werdet mit einem musikalischen Kleinod entschädigt!

Fabi

 

Metafa

Eins vorneweg diese CD ist super produziert. Das muss erwähnt sein, da es sich hier um eine ambitionierte Eigenproduktion handelt. Da sollte sich manch ein Label eine Scheibe davon abschneiden und ein bisschen mehr Zeit und Liebe in die Produktion der Werke legen. Genauso wie es „Timemage“ aus Viernheim getan haben. Stramme 7 Monate dauerte es bis deren neues Werk „Witchraft“ eingespielt (ich schreibe bewusst nicht eingeknüppelt), gemischt und gemastert wurde.

Das Ergebnis ist eine satte Produktion, 12 Songs, 60 Minuten Spielzeit und kein Lückenfüller!! Vom Sound her passen die Damen und Herren in keine Schublade (daher auch o.g. Stilbezeichnung) und das ist gut so. Ich würde diese CD als einen Strauß bunter Melodien mit Leidenschaft und Klasse bezeichnen. Klassische Stilelemente des Progmetal (in sich geschlossene Riffs, die bei jedem hören wieder neu zu geniessen sind), des Powermetal (Hier Vollgas, dann wieder Vollbremsung und wieder von vorne) und auch des Gothicmetal (hier vor allem die Starken weiblichen Gesangslinien) werden von „Timemage“ mit musikalischem können geschickt und kurzweilig gepaart.

Nach 60 Minuten stehst Du da und denkst: „Ich hab nicht alles mitbekommen, sofort wieder hören!“

Abschließend mein Tip an alle: Ab auf die Homepage von „Timemage“ und das Werk bestellen. Kostet schlappe 5 Euro (zzgl.) Porto und ist jeden Cent wert.

Von mir aus fette Grüße nach Viernheim und das nächste Werk dann wieder herschicken! Zum Wohl!

9/10 Punkten, Andreas 09.08.07

 

Neckbreaker

Aus dem Mannheimer Raum stammt die Band TIMEMAGE. Bereits Ende der 90er Jahre konnte ein erstes Album veröffentlicht. Die Band war auch dannach noch fleißig und so stellt das neue Werk “Witchcraft” bereits die achte Veröffentlichung der Prog Metal Band dar. Reichlich Erfahrung scheint also vorhanden und man muss sich schon fragen wieso es nicht zu einem Plattenvertrag reicht. Aber die Jungs und Mädels betrachten die Band wirklich nur als reines Hobby und haben gar nicht die Absicht mit der Musik Geld zu verdienen. “Into The Fire” ist das über zwei Minuten dauernde stimmungsvolle Intro.
Klarer Frauengesang wechselt sich mit tiefen Growls ab. Sicher nichts innovatives. Trotzdem ein netter Song, denn “She’s Burning” ist nicht nur eingängig, sondern auch technisch auf der Höhe. Abwechslungsreicher Beginn der Scheibe!
Deutlich zähflüssiger geht es bei “Judicium Dei” zu. Mit dem episch anmutenden Refrain kann auch gepunktet werden.
Es folgt das balladeske “Goddess Of The Moon”. Gerade hier ist die Stärke beim Gesang deutlich zu erkennen.
Als Kontrast darf dann das rockige und deutlich härtere “Voices From The Wood” herhalten.
Einen Tick ruhiger und vor allem melodischer geht es mit “Lucid Dream” weiter. Eva Beck überzeugt einmal mehr mit ihrem Gesang.
Bei “On The Gallows” darf sich Stefan Schenkel am Gesang versuchen. Was auch Sinn macht, denn der Song ist insgesamt härter und vor allem rifflastiger.
Die Stimme von Sabrina Kraus passt gut zum folgenden “Demonical Possession”, welches etwas düsterer ausgerichtet ist.
Mit “Kettle Of Steel” gibt es eine weitere Ballade, die allerdings nur bedingt zu fesseln weiß.
Sehr keyboardlastig beginnt “The Summoning”. Im weiteren Verlauf wird das instrumentale Stück aber recht gitarrenorientiert.
“Rise From Your Grave” ist insgesamt nicht herausragend, auch wenn ganz nett das Tempo variiert wird.
Zum Ausklang gibt es mit “Last Of The Witches” noch eine Ballade, die aber eher schwächer ausgefallen ist.

Ein progressives, aber keineswegs zu verspieltes Album Vor allem aber ist “Witchcraft” sehr abwechslungsreich geworden. Besonders beim Gesang zeigt sich die Band sehr facettenreich. Da die ordentlich produzierte Scheibe für schmales Geld direkt bei der Band zu beziehen ist, macht man mit einem Kauf wohl kaum einen Fehler. (Tutti)

Bewertung: 7,5 / 10